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Doping-Praktiken: So gefährlich arbeitete die "Operation Aderlass"

Von APA
Doping-Praktiken sind gefährlich.
© GEPA

Der Münchner Oberstaatsanwalt Kai Gräber hat auf einer Pressekonferenz in seinem Bericht über die "Operation Aderlass" auch die Gefährlichkeit des von Helfern des deutschen Arztes Mark S. praktizierten Blutdopings herausgestrichen.

So sei etwa die Rückführung des Blutes von Personen ohne medizinische Ausbildung durchgeführt worden, an einem Aktiven wurde ein unbekanntes Präparat getestet.

Erst am Montag sei in Erfurt ein Mann als fünfte Person in diesem Fall in Untersuchungshaft genommen worden, der ohne medizinische Ausbildung Blutdoping an anderen durchgeführt habe. Zudem wies der Staatsanwalt darauf hin, dass in Seefeld, wo am 27. Februar vier Skilangläufer nacheinander an drei verschiedenen Orten gedopt wurden bzw. werden sollten, keine sterilen Bedingungen geherrscht hätten.

"Einmal wurde ein Präparat angewendet ohne zu wissen, was drinnen war", erklärte Gräber. Man habe einen Sportler ausgesucht, an dem das Produkt ausprobiert werden sollte. "Als sich Nebenwirkungen einstellten, hat man es wieder abgesetzt", sagte der Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Dopingvergehen im Sport in München.

Bei Überwachungen habe man gesehen, wie ein Sportler nach dem Blutdoping wie unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln aus dem Haus gekommen sei. Ein anderer habe nach der Rückführung beide Arme bis zu den Schultern in den Schnee gesteckt. Risikoreich sei auch die Zuführung von einem Liter Blut vor Langstreckenflügen gewesen.

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