Wer zahlt die Wettsteuer?

Von SPOX Österreich
Freitag, 30.06.2017 | 08:48 Uhr
Fußballfieber ist ansteckend – und mit einer Wette noch mal so spannend.
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Ein Blick auf die Seite der Fifa de.fifa.com zeigt, wie groß das Interesse am Confed Cup ist. Die deutsche Nationalmannschaft wird in allen Facetten dargestellt und der Auftaktsieg gegen Australien minutiös analysiert: Torschüsse, Abseitspositionen, Strafstöße und viele andere Details sind Gegenstand des Interesses.

Auf diese Aspekte werden Wetten abgeschlossen und bescheren Gewinne: Je unwahrscheinlicher ein Tipp ist, desto höher fallen sie aus. Doch was geschieht eigentlich mit den Einsätzen und Gewinnen, wer zahlt die Wettsteuer? Dieser Artikel bringt Licht ins Dunkel.

Die Wettsteuer kurz erklärt

Das Rennwett- und Lotteriegesetz ist die Grundlage, auf der die Wettsteuer fußt. Diese greift seit dem 1. Juli 2012. Das Gesetz regelt, dass Wettanbieter auf dem deutschen Markt 5 % Wettsteuer abführen müssen. Diese 5 % werden auf jeden Einsatz erhoben, den Kunden beim Buchmacher platzieren. Das Geld fließt sofort in die Steuer-Schatulle. Dieses Gesetz gilt nicht nur für Wettanbieter, die ihren Sitz in Deutschland haben, sondern für jeden Sportwettenanbieter, der deutsche Kunden anspricht. Dazu gehören auch sämtliche Wettanbieter, die unter www.wettanbieter.org aufgelistet sind:

  • Ladbrokers
  • Tipico
  • bet365
  • 888sport
  • betway
  • William Hill
  • interwetten
  • XTIP
  • intertops
  • 10bet

Bei einigen steht, dass Kunden "ohne Wettsteuer" spielen können. Damit meinen die Anbieter, dass sie selbst die Steuer bezahlen, ohne den Kundeneinsatz oder den eventuellen Gewinn zu schmälern. Der Hinweis "ohne Wettsteuer" vermittelt im Vergleich zu anderen Anbietern, die diesen Zusatz nicht haben, den Eindruck, dass Kunden bei ihnen die Wettsteuer komplett selbst bezahlen müssten. Dieser Eindruck ist nicht ganz richtig, denn die Anbieter haben unterschiedliche Wege gefunden, mit der Wettsteuer umzugehen.

Handhabung der Wettsteuer und die Auswirkungen auf Wettkunden

Unzweifelhaft ist, dass vom Wetteinsatz 5 % an das Finanzamt abgeführt werden müssen. Die Buchmacher haben sich dazu verschiedene Varianten einfallen lassen.

Variante 1: Anbieter zahlt die Steuer

Einige Anbieter übernehmen die Wettsteuer komplett, ohne dass der Kunde damit belastet wird. Das ist ideal und lobenswert. Allerdings sollten Wettfreunde folgendes im Hinterkopf behalten:

  • Manche Wettanbieter informieren in keiner Weise über ihr Vorgehen in Sachen Wettsteuer. Weder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen noch in den FAQs sind Informationen dazu zu finden. Wer ganz genau wissen will, ob und wie der Anbieter die Wettsteuer abführt, muss streng genommen den Kundensupport kontaktieren, bevor er die Wette platziert.
  • Übernimmt der Anbieter die komplette Steuer, kann sich das auf die Quoten auswirken. Immerhin sind das Kosten, die der Wettanbieter mit einkalkuliert. Am Ende des Tages möchte er schließlich mit einem Gewinn dastehen. Es lässt sich dennoch nicht pauschal sagen, dass alle Anbieter, die die Wettsteuern für ihre Kunden komplett übernehmen, schlechtere Quoten aufweisen. Hier bleibt nur der Vergleich mehrerer Anbieter untereinander, um eine adäquate Entscheidung für oder gegen einen Buchmacher zu treffen.

Variante 2: Steuerabzug vom Wettgewinn

So mancher Wettanbieter hat einen Weg gefunden, die Steuerlast auf den Kunden abzuwälzen. Gewinnt der Kunde, wird automatisch die Steuer einbehalten. Die Lösung hat zwei Gesichter, denn nur Gewinner zahlen die Zeche, Verlierer indes kommen mit der Wettsteuer überhaupt nicht in Berührung.

Variante 3: Steuerbelastung für jede Wette

Auf wenig Gegenliebe stößt es bei Kunden, wenn Wettanbieter auf jeden Wetteinsatz Steuern berechnen. Doch auch solche Anbieter sind auf dem Markt. Das heißt, dass von einem Wetteinsatz in Höhe von 100 € pauschal 5 € abgezogen werden.

Variante 4: Wettanbieter übernimmt Steuer, wenn Kunde bestimmte Wetten platziert

In dieser Variante sollen Kunden dazu animiert werden, höhere Einsätze zu platzieren. Wie hoch dieser Einsatz sein soll, ist ganz unterschiedlich. Manche Anbieter möchten forcieren, dass Kunden spezielle Kombiwetten abschließen, andere setzen eine Mindestanzahl von Spielen voraus, wieder andere koppeln eine Quote an die Übernahme der Wettsteuer. Es liegt im Auge des Spielers, ob er diese Belohnung als positives Signal auffasst oder doch lieber einen Anbieter wählt, der die komplette Wettsteuer in jedem Fall übernimmt oder nur die Gewinner belastet.

Nicht hastig drauflos spielen, sondern Anbieter sorgfältig auswählen

Wettfreunde sollten nicht einfach den erstbesten Wettanbieter nehmen, sondern sich genau darüber informieren, wie die Wettsteuer gehandhabt wird. Denn 5% ist ein hübscher Batzen, der entweder den Gewinn oder gar den Einsatz deutlich spürbar mindert. Es bleibt aufgeklärten Kunden also im Prinzip nichts anderes übrig, als das Kleingedruckte zu lesen, die Kundenhotline im Zweifel anzurufen und erst dann zu entscheiden, bei wem die Wette platziert werden soll.

Tipp: Bei der Auswahl des passenden Anbieters spielt nicht nur die Wettsteuer eine Rolle, Interessenten sollten sich auch über die weiteren Kriterien informieren, die einen seriösen von einem windigen Anbieter unterscheiden. Dazu gehören zum Beispiel die Quoten, die Live-Angebote, die Apps für Smartphones, die Bonusangebote, die verfügbaren Zahlungsangebote und die Qualität des Kundendienstes.

Wettangebot sollte vielfältig sein

Je größer das Angebot, desto stabiler und seriöser der Wettanbieter - das lehrt zumindest die Erfahrung. Bietet ein Buchmacher Wettmöglichkeiten unterschiedlichster Sportarten an, dann ist das ein gutes Zeichen. Es gibt natürlich Spezialisten, die sich zum Beispiel auf ganz besondere Sportarten konzentrieren, doch es gibt auch Allrounder, die um die 150 Wettmärkte abdecken.

Bei dem Anbieter bwin können Kunden nicht nur Sportwetten vornehmen, sondern auch Wetten aus den Bereichen Politik oder Unterhaltung platzieren. Bet365 hat einen Schwerpunkt für Finanzwetten, Ladbrokers bietet unter anderem Hunde- und Pferdewetten an. Wer sich im Kampfsport auskennt, findet ein vielfältiges Angebot dazu bei bet-at-home und Cashpoint deckt unter anderem die Bereiche Wasserball und Bowls recht breit ab. Wer Fußballwetten abschließen will, der sollte sich außerdem bei tipico umsehen, denn dieser Anbieter bedient Wettmärkte wie nationale und internationale Ligen, deutschen Fußball und Oberligen. Besonders populär sind bei Tipico die 1., 2. und 3. Bundesliga sowie die Premier League.

Fußballfans, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, sollten ihre Kenntnisse über die aktuellen Spiele, Spieler, Ligen, Vereine und geplanten Transfers auf den neuesten Stand bringen. Denn bei Fußballwetten gewinnen diejenigen, die sich bestens auskennen und einen Riecher für die neuesten Entwicklungen, Chancen und Risiken im Fußball haben.

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