Galatasaray adé, Vissel Kobe, ich komme!

Von SPOX Österreich
Donnerstag, 15.06.2017 | 12:42 Uhr
Die Skyline von Kobe - Podolskis neuer Heimat
© pixabay©backy3723 (CC0 1.0)
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Zwei reichlich turbulente Jahre hat er nun hinter sich, und dennoch wohlgefühlt hat er sich in dieser Zeit durchaus. Viel passiert ist in dieser Zeit für den ungestümen Prinz Poldi von einst und dem abgeklärten Gentleman-Kicker und ungekrönten Twitter-König von heute. Lukas Podolski, gerade erst 32 Lenze jung geworden, kann bereits auf eine beachtliche Karriere zurückblicken und hat dennoch noch viel vor - demnächst in Japan.

34 Treffer und 17 Vorlagen in 75 Pflichtspielen als Leistungsträger sind die sportliche Bilanz an seiner vorerst letzten Wirkungsstätte, von der Abschied zu nehmen ihm offenkundig schwerfällt.

Von Anfang an war ihm wohlwollend vonseiten des türkischen Clubs und der Fans der Boden bereitet worden, auf dem Lukas nicht nur seine sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen durfte. So konnte die kölsche Frohnatur mit seiner unbekümmerten Art auch die Herzen vieler Galatasaray-Fans gleich von Anbeginn an für sich gewinnen.

Stets mit einem Scherz auf den Lippen und einem verschmitzten Lächeln Marke Podolski sind seine sarkastischen Seitenhiebe auf den Lokalrivalen Fenerbace schon fast legendär und haben ihn in der Türkei - ob auf Fotos mit Anglern in Istanbuloder in witzigen Anspielungen auf die türkische Kultur - schon fast zur Stil-Ikone des gepflegten Humors werden lassen.

Schließlich behielt man gegen den Club im Sommer letzten Jahres im Pokalfinale die Oberhand. Und kein geringerer als Podolski selbst war es vergönnt gewesen, seinen Teil mit dem Siegtreffer beizusteuern.

Auch wirtschaftlich ging es mit der Vermarktung der Marke Podolski für ihn in dieser Zeit entscheidend voran. Neben seinem Werbe- Engagement für einen namhaften Kartoffelchips-Hersteller, zusammen mit seinem alten Kumpel und Spezi Bastian Schweinsteiger, durfte sich der Weltmeister Anfang des Jahres über einen neuerlichen Werbe-Coup freuen. Seitdem nämlich wirbt Lukas Podolski für einen günstigen Handyvertrag von smartmobil.de und ist für die Marke im TV, im Internet und auf Außenwerbeflächen omnipräsent.

Zur neuerlichen Personalentscheidung hieß es denn auch vonseiten des verantwortlichen Leiters der Marketing&Media-Abteilung kurz und bündig: "Lukas ist immer ganz er selbst. Mit dieser sympathischen, offenen Art ist er für uns das ideale Testimonial".

Das Abenteuer geht weiter

Gespannt wird dementsprechend künftig zu verfolgen sein, wie seine unverwechselbare Art beim neuen Arbeitgeber im Reich der Mitte ankommen wird. Eine gute Portion Auslandserfahrung hat der Fußball-Globetrotter ja schon in seinen früheren Stationen beim FC Arsenal (2012-15) und dem kurzen Gastspiel bei Inter Mailand (ein Tor in 17 Spielen) sammeln können. Aber Japan? Völlig andere Kultur gleich völlig anderer Humor könnte man meinen.

"Mit seiner offenen Art schafft er das schon", ist sich jedenfalls der Weltmeister von 1990 und Japan-Experte Pierre Littbarski sicher, der 1993 als erster Deutscher nach Japan gewechselt war.

Podolski ist mittlerweile erfahren und sensibel genug, um zu wissen, worauf es bei einem Sich-Einlassen auf ein neues Umfeld, auf neue kulturelle Befindlichkeiten ankommt. Lohnenswert aus finanzieller Sicht ist das neue Abenteuer für ihn allemal, sollen doch laut Gerüchten bis zu nahezu unglaublichen 20 Millionen für sein kommendes Engagement (Vertrag bis 30.06.2018) winken.

Doch bevor es für ihn in der nächsten Saison auf japanischen Rasen geht, lässt es sich der Profi-Fußballer derzeit im Urlaub in der Türkei zusammen mit seiner Ehefrau Monika (29), Sohn Louis Gabriel (9) und Töchterchen Maya (1) noch einmal richtig gut gehen, ehe er dann mit seinem Familien-Tross und sicher mit seinem typischen Lächeln gleichsam im Land des Lächelns auf Torejagd geht.

Podolski jedenfalls scheint das Engagement sehr ernst zu nehmen und wohl seine letzte berufliche Station dort in längerfristigen Zeitdimensionen, eventuell auch über die nächste Saison hinaus zu planen. Anlass zu dieser Vermutung gibt seine kürzliche Bemerkung gegenüber einem deutschen Boulevard-Blatt, in der er zu verstehen gibt, dass es für seine beiden Kinder in Kobe auch eine deutsche Schule gäbe.

Brasilianische Mittelfeld- und Sturmpartner

Aus sportlicher Sicht wird seine berühmt-berüchtigte linke Klebe dringender denn je gebraucht, befindet sich der 1966 gegründete Club unter der Leitung des Brasilianers Nélson Baptista in der aktuellen Saison der J. League Division 1 derzeit auf sportlichem Stagnationskurs - und das, trotz einem von Experten bescheinigten professionellen Umfeld auf Bundesliga-Niveau.

Mit einem neunten Platz, der etwas unter den Erwartungen der Vereinsführung zurückbleibt, konnten nach dem 15. Spieltag lediglich 22 Punkte eingefahren werden - sportliches Mittelfeld also. Und das nach einer durchaus erfolgreichen Saison 2015/16, die mit dem sechsten Platz abgeschlossen werden konnte.

Im rund 30.000 Zuschauer fassenden NOEVR Stadium soll es nach der Sommersaison der Neu-Japaner Podolski nun richten. Die einzigen Mittelfeld- und Sturm-Legionäre werden nach derzeitigem Stand Brasilianer sein: Leistungsträger seit seiner Verpflichtung im letzten Sommer und bislang durchgehend eingesetzt ist Nílton Ferreira Júnior (30) im defensiven Mittelfeld. Er hat ebenso noch einen Vertrag bei Vissel Kobe bis zum 30.06.2018, wie sein Landsmann Wescley Gomes dos Santos (25), der es bislang auf zehn Einsätze bringen konnte.

Wescley war erst im Januar von seinem bisherigen Club Atlético Mineiro für eine Ablöse von 1,8 Millionen Euro nach Kobe gewechselt.

Bis dato krankheitsbedingt (Kreuzbandriss) kaum Berücksichtigung fand dagegen der gleichaltrige routinierte Asien-Legionär Leandro Montera da Silva, der neben Kobe schon bei den Liga-Konkurrenten Gamba Osaka (2009, 2012-13) und Kashiwa Reysol (2014) beschäftigt war, und in der Saison 2015/16 gegen eine Ablöse von 900.000 Euro zurück nach Kobe wechselte. Er hat es bislang auf stolze 119 Einsätze und 51 Tore gebracht, und ist hinter seinem Landsmann Botti der zweite ausländische Rekordspieler in der ewigen Vereinsstatistik.

Ein hoher Preis

Überhaupt hat die Verpflichtung von Brasilianern im Club eine lange Tradition. Die Verpflichtung eines Europäers dagegen liegt schon lange zurück: So war der tschechische defensive Mittelfeldspieler Pavel Horvath in der Saison 2005/06 in der J1 League auf 24 Einsätze gekommen, unter dem glücklosen tschechischen Trainer Pavel Rehak, der nur 199 Tage in Kobe verantwortlich war.

Vor dem Hintergrund nimmt sich Podolskis zweithöchste Ablöse in der Vereinsgeschichte - nur die fünf Millionen für den deutsch-türkischen Mittelstürmer Ilhan Mansiz in der Saison 03/04 bleiben bislang unerreicht - von 2,6 Millionen Euro vergleichsweise stattlich aus - ein sportliches und finanzielles Abenteuer mit ungewissem Ausgang also - für Podolski und Kobe.

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