Handball

ÖHB-Kader-Check zur Handball-WM 2019 mit ORF-Kommentator Giovanni Hahn

Das ÖHB-Team wittert bei der WM die Sensation.
© GEPA
  • Rückraum: Romas Kirveliavicius (HBW Balingen-Weilstetten), Frederic Wüstner (TSV St. Otmar St. Gallen), Janko Bozovic (TV Emsdetten), Dominik Schmid, Gerald Zeiner, Boris Zivkovic, Maximilian Hermann (alle HC Hard)

Sechs Tage vor dem Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien verletzte sich Alexander Hermann am Fuß, er fällt für die WM aus. Sein Bruder Maximilian rückt nach, allerdings spielt dieser im linken Rückraum und damit im Angriff auf der gegenüberliegenden Seite von Alexander.

Hahn: "Das ist ein schwerwiegender Ausfall, da Johannesson um Alex Hermann und Kirveliavicius die Abwehr aufbaute. In der Verteidigung wird Max mit seiner Erfahrung einspringen und diese Rolle gut ausfüllen. Allerdings fehlt dem Team damit ein wichtiger Spieler im Umschaltspiel, der durch seine Spieleröffnung, seine Qualität im Abschluss und seinem Zug zum Tor besticht."

  • Kreisläufer: Lukas Herburger (Kadetten Schaffhausen), Tobias Wagner (HC Fivers Margareten)

Nach dem Rücktritt von Routinier Patrick Fölser, dem heutigen ÖHB-Sportdirektor, war Österreich lange auf der Suche nach guten Kreisläufern. Mit Herburger, Wagner, aber auch Wilhelm Jelinek, der derzeit nur Ersatzspieler ist, aber jederzeit nachnominiert werden kann, ist auch die Qualität am Kreis gestiegen.

"Wir haben drei gute Kreisläufer, die alle unterschiedliche Stärken haben", erklärt Hahn, und präzisiert: "Wagner bringt sich mit seiner bulligen Statur im Angriffsspiel ein und harmoniert mit Bilyk aus gemeinsamen Fivers-Zeiten noch sehr gut. Ersatzspieler Jelinek hat seine Stärken in der Abwehr. In Herburger sehe ich den ausgeglichensten Spieler der drei: Er hat sowohl im Angriff Qualität, kann aber auch hinten zupacken. Der österreichische Kreis ist international gesehen nicht Top-Niveau, aber Johannesson hat taktische Varianten, das Spiel zu verändern. Es kann auch ein Vorteil sein, wenn sich der Gegner erst wieder auf einen neuen Spielertyp einstellen muss."

  • Schlüsselspieler: Nikola Bilyk (THW Kiel)

Mit seinen 22 Jahren zählt Bilyk bereits jetzt zum absoluten Führungsspieler im ÖHB-Team. Der Kapitän bestreitet seine dritte Saison beim Top-Klub Kiel und hat sich auch in Deutschland einen Namen gemacht.

"Bilyk hat eine unglaubliche Entwicklung gemacht für sein Alter", bestätigt Hahn. "Er ist äußerst professionell, hat aber Dank seiner Familie die Demut gegenüber dem Sport nie verloren. Er hat sich in beeindruckender Manier bereits mit 19 Jahren in Deutschland etabliert."

Bilyks Rolle im Nationalteam ist nicht unbedingt jene des Top-Scorers, aber mit seiner Präsenz soll er der Mannschaft Sicherheit geben. Zudem ist er jederzeit imstande, mit einer Einzelaktion zum Torerfolg zu kommen.

"Es ist ein Balanceakt. Die Gefahr ist natürlich, dass die anderen Spieler ihm zu viel Verantwortung übergeben", warnt Hahn. "Vice versa könnte auch Bilyk selbst glauben, er muss das Spiel alleine retten. Johannesson hat mit seiner ruhigen, gelassenen Art aber einen guten Zugang zu ihm gefunden und die Situation im Griff."

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