Mittwoch, 15.02.2017

Jimmy Hoffer im Interview

Rapid? "Ich wäre bereit"

Jimmy Hoffer gilt nicht als großer Redner. Vielleicht ist er auch deshalb ein wenig von der Bildfläche der österreichischen Öffentlichkeit verschwunden. Das könnte sich aber bald ändern. Im Sommer läuft sein Vertrag beim Karlsruher SC aus. Gegenüber SPOX verrät er, wie die Chancen auf eine Rückkehr stehen. Zudem spricht er über seinen Neo-Coach Mirko Slomka.

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Vor knapp zehn Jahren entzückte Erwin "Jimmy" Hoffer eine ganze Fußballnation. Live im Hauptabendprogramm schoss er Österreich ins Halbfinale der U20-WM. Sein Tor in der Nachspielzeit gegen die USA versetzte die Fußball-Nation in jähe Begeisterung.

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Hoffer avancierte damit schon in jungen Jahren zum Kultkicker. Eine große Karriere wurde ihm vorausgesagt, diese Erwartungen konnte er nicht ganz erfüllen. "Ich weiß nicht, ob mehr drinnen gewesen wäre. Mein Ziel war immer das Ausland, das habe ich geschafft", blickt Hoffer im Gespräch mit SPOX auf seine Laufbahn zurück.

Ein Knackpunkt war sein Fünf-Millionen-Euro-Wechsel von Rapid zu Napoli. "Ich bin um eine Summe nach Italien gewechselt, bei der man es als Österreicher nicht leicht hat. Trotzdem bereue ich diesen Schritt nicht."

"Man merkt, dass Slomka viel Erfahrung hat"

Mittlerweile hat der 29-Jährige seine fußballerische Heimat in Deutschlands zweiter Liga gefunden. Nach Stationen in Kaiserslautern, Frankfurt und Düsseldorf heuerte der Niederösterreicher vor eineinhalb Jahren bei Karlsruhe an. Mit dem Tabellen-15. kämpft er gerade um den Klassenerhalt.

Fan-Vereine Europas: Die Auferstandenen
Der AFC Wimbledon ist vielleicht der berühmteste, aber nicht der einzige Fan-Verein Europas. Auch in Hamburg, Salzburg, Portsmouth und Manchester gibt es Unbeugsame, die sich sich einst "selbstständig machten" - SPOX verschafft einen Überblick
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AFC Wimbledon: Die Dons sind das Vorbild für alle Fan-Vereine weltweit. 2002 übersiedelten die Eigentümer den Traditionsklub nach Milton Keynes. Die Fans gründeten ihren Verein kurzerhand neu und sagten: "Wir sind die Wiederauferstehung!"
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Wimbledon begann in der neunten Leistungsstufe und arbeitete sich mittlerweile bis in die dritthöchste League One vor. Die vorläufige Krönung des Durchmarschs feierten die Dons im Oktober letzten Jahres, als sie erstmals Milton Keynes überholten
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FC United of Manchester: Die Übernahme ihres Lieblingsvereins durch den US-Amerikaner Malcolm Glazer war zu viel für einige United-Fans. 2005 gründeten sie ihren eigenen Klub
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Mittlerweile spielt der FC United of Manchester in der sechsthöchsten Spielklasse und seit 2014 im neu gebauten eigenen Stadion, dem Broadhurst Park
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FC Portsmouth: 2008 gewann Pompey den FA-Cup, spielte in der Premier League und investierte im großen Stil am Transfermarkt - 2013 stieg der Verein in die vierte Liga ab und stand vor dem finanziellen Ruin
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Die Fans nahmen sich der Sache an, trieben mit einem speziellen Shares-System sechs Millionen Pfund auf und retteten den Klub. Derzeit spielt Pompey in der vierthöchsten Liga im Schnitt vor 16.500 Zuschauern
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Austria Salzburg: 2005 übernahm Red Bull den österreichischen Traditionsklub und änderte kurzerhand Namen, Wappen und Farben. Die Fans gründeten ihren Klub in der untersten Liga neu
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2015 stieg die Austria in die zweithöchste Liga auf und kehrte somit in den Profifußball zurück. Der Klub geriet aber in finanzielle Turbulenzen und stieg wieder ab. Nun spielt der SV in der drittklassigen Regionalliga
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HFC Falke: Auch in Deutschland gibt es einen Fan-Verein - in der Kreisliga 2 kickt der HFC Falke. Einige HSV-Fans wollten sich nicht mit der Ausgliederung der Profiabteilung abfinden und gründeten 2014 ihren eigenen Klub
© twitter HFC Falke e.V.
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Der Name des Fan-Vereins setzte sich aus Elementen zweier Vereine (Hamburger FC und dem FC Falke), die einst per Fusion zum HSV wurden, zusammen. Das Motto lautet: "Dankbar rückwärts, mutig vorwärts"
© twitter HFC Falke e.V.
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Abgesehen von diesen prominenten Klubs gibt es speziell in England unzählige weitere Vereine, bei denen Fans ein großes Mitsprachrecht besitzen. Beispielsweise den Viertligisten Exeter City
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"Wir hatten in dieser Saison schon zwei Trainerwechsel. Es ist nicht so gelaufen, ich habe auch nicht regelmäßig gespielt", sagt Hoffer. Zuletzt gehörte der schnelle Stürmer aber wieder zum Stammpersonal. Das liegt in erster Linie an Mirko Slomka. Der ehemalige Schalke- und HSV-Chefcoach übernahm beim KSC in der Winterpause das Zepter.

Seitdem stand Hoffer in jedem Spiel in der Startelf. Beim Debüt des Trainers gegen Bielefeld schoss er die Mannschaft sogar zum Sieg. "Man merkt, dass er sehr viel Erfahrung hat. Wenn wir das machen, was er sich vorstellt, wird es für uns gut laufen."

Am Cover eines Angel-Fachmagazins

Hoffer fühlt sich in Karlsruhe auch abseits des Spielfeldes wohl. Großen Anteil daran haben die zahlreichen Gewässer rund um die Stadt am Rheinufer. "Ich verbringe jede freie Minute am Wasser", erzählt der passionierte Angler, der vor einiger Zeit sogar das Cover eines deutschen Fischerei-Fachmagazins schmückte. "Es gibt einige Seen in der Umgebung, zu denen ich regelmäßig fahre. Dort kann ich entspannen. Als Ausgleich zum Fußball ist das perfekt."

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Trotz der optimalen Angelbedingungen könnte ein Abschied aus Karlsruhe im Sommer zum Thema werden. Dann läuft der Vertrag des 29-jährigen Stürmers aus. Sein Manager Max Hagmayr verriet gegenüber Laola1 zuletzt, dass sich sein Schützling einen Transfer nach Österreich vorstellen könnte.

"Das ist eine blöde Frage"

"Ich habe immer gesagt, dass ich irgendwann zurückkehren will. Aber was genau passieren wird, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Es ist auch nicht so, dass die österreichischen Klubs auf mich warten würden", erklärt Hoffer, dem keine Angebote vorliegen. Für welchen Verein er am liebsten spielen würde, sofern eine Rückkehr ernsthaft angedacht wäre, liegt für ihn auf der Hand.

"Wenn Rapid interessiert ist und mir ein passendes Angebot macht, müsste ich nicht lange überlegen."

Jimmy Hoffer

"Das ist eine blöde Frage", lacht der ehemalige Hütteldorfer. "Wenn Rapid interessiert ist und mir ein passendes Angebot macht, müsste ich nicht lange überlegen. Ich wäre bereit! Aber ich weiß, dass Rapid auf junge Spieler setzt und ich mit bald 30 nicht mehr zu den Jüngsten gehöre."

Gerne erinnert er sich an die Saison 2007/08 zurück, als er die Grün-Weißen an der Seite seines Freundes Stefan Maierhofer zum Meistertitel schoss - unter anderem mit drei Toren beim legendären 7:0-Kantersieg gegen Red Bull Salzburg.

"Wenn es geht, will ich bis 40 spielen"

Damals herrschte ein regelrechter Hype um "Jimmy", der seit der Zeit im Admira-Nachwuchs so genannt wird. Die Rapid-Anhänger liegen dem langjährigen Legionär noch immer am Herzen. "2008 war fantastisch. Die Fans, die Stimmung - für so etwas spielst du Fußball", schwärmt der 28-fache ÖFB-Nationalspieler von der Vergangenheit.

Die Gegenwart heißt nun aber Karlsruhe. Nach vier Toren in der letzten Saison und zwei Treffern in der bisherigen Spielzeit, will Hoffer sein Torkonto in den verbleibenden Partien kräftig nach oben schrauben. Dann kann er sich auch eine Vertragsverlängerung beim deutschen Zweitligisten vorstellen. Die Rückkehr nach Österreich würde er damit aufschieben.

Vom Fußball hat der bald 30-Jährige noch lange nicht genug. Im Optimalfall soll das Karriereende in weiter Ferne liegen. Hoffer: "Wenn es geht, will ich bis 40 spielen."

Hoffers Spiele in dieser Saison

Jakob Faber
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Jakob Faber

Jakob Faber(Redaktion)

Jakob Faber gehört seit Ende 2016 dem Team von SPOX Österreich an. Davor schloss er sein Politikwissenschafts-Studium an der Uni Wien ab. Den Sportjournalismus lernte der 1989 geborene Weinviertler bei LAOLA1.at kennen. Verehrt die Pässe von Real-Legende Guti, weiß aber auch die stilistische Eleganz eines Teamzeitfahrens bei der Tour de France zu schätzen.

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