Fussball

SK Rapid unter Zoran Barisic: "Reibereien" und "Freundschaft" mit Dietmar Kühbauer

Von APA
Barisic und Kühbauer verbindet eine langjährige Freundschaft.
© GEPA

Seit Donnerstagabend ist offiziell, dass Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer einen neuen Sport-Geschäftsführer bekommt. Mit Zoran Barisic verbindet den Burgenländer eine jahrzehntelange Freundschaft, dennoch geht es laut Kühbauer bei der künftigen Zusammenarbeit nicht um persönliche Verbundenheit, sondern um den Erfolg von Rapid.

"Wir müssen ein Ziel verfolgen und an einem Strang ziehen", betonte Kühbauer gegenüber der APA. Am guten Verhältnis zu Barisic werde sich durch die neue Konstellation nichts ändern. "Die Freundschaft wird immer bestehen, egal wie es läuft."

Allerdings könne durchaus der Fall eintreten, dass man bei gewissen Themen nicht einer Meinung sei. "Reibereien wird es sicher geben, doch die werden intern bleiben", versprach Kühbauer.

Der Ex-Teamspieler ist sich auch des Worst-Case-Szenarios bewusst. "Wenn es sportlich sehr schlecht läuft, wird er mich entlassen müssen, und dann könnte ich ihm nicht böse sein, weil es zu seinem Job gehört."

Rapid-Boss Krammer: "Wollen erste Adresse für Top-Talente sein"

An solche Situationen wollte Michael Krammer erst gar nicht denken. Der im November scheidende Rapid-Präsident blickte lieber positiv nach vorne. "Heute ist ein guter Tag für den SK Rapid mit einem Aufbruch in eine erfolgreiche Zukunft", beteuerte der Niederösterreicher im Rahmen der Barisic-Präsentation am Freitag.

Unter anderem bei der Nachwuchsarbeit hat Krammer hohe Erwartungen an den neuen Sportchef. "Eine Top-Nachwuchsarbeit soll das Fundament für eine erfolgreiche Kampfmannschaft bieten. Wir wollen erste Adresse für Top-Talente aus Österreich und den Nachbarländern sein und daraus ein Team entwickeln, das um Titel mitspielt und regelmäßig im Europacup dabei ist. Das ist die Grundlage für Transfererlöse, die wieder in die Nachwuchsarbeit investiert werden", erzählte Krammer.

Barisic ist laut dem Clubchef "ein Fußball-Fachmann mit der Trainer-Pro-Lizenz und ein Rapid-Kenner wie kaum jemand. Er hat den Verein in all seinen Perspektiven kennengelernt, immer das große Ganze gesehen und sehr strategisch gedacht und gehandelt. Es gibt mit ihm sicher keine Anlaufschwierigkeiten."

Rapid: Doppelspitze? "Nicht groß genug"

Gemeinsam mit Kühbauer seien nun "zwei Persönlichkeiten an führenden sportlichen Stellen, die mitbringen, dass ihnen Rapid eine Herzensangelegenheit ist", sagte Krammer.

Der Präsident wünscht sich von Barisic einen "Wiedererkennungswert von allen Rapid-Mannschaften". Im Zusammenhang mit der festzulegenden Spielphilosophie - die bei Rapid eigentlich schon vor Jahren von Barisic entworfen wurde und in der Theorie noch immer Vorgabe für alle grün-weiße Mannschaften ist - nannte Krammer die Schlagworte "Einsatzbereitschaft", "Siegeswillen" und "Bodenständigkeit".

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Fredy Bickel sei auch eine Doppelspitze für den sportlichen Bereich ein Thema gewesen, berichtete der Rapid-Präsident. "Aber dann hat sich herausgestellt, dass der Verein dafür nicht groß genug ist."

Rapid-Sportdirektor: Helmut Schulte sagte ab

In dieser Ansicht wurden die Rapid-Verantwortlichen von Ex-Sportgeschäftsführer Helmut Schulte bestätigt. Der Deutsche wäre Kandidat für einen Posten in der sportlichen Leitung gewesen, sagte aber ab und kümmert sich weiterhin um die verliehenen Spieler des VfB Stuttgart.

Dafür arbeitet Barisic künftig mit Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek zusammen. "Wirtschaftliche und sportliche Belange sind kommunizierende Gefäße. Wir werden uns eng abstimmen und mit viel Freude an die Dinge herangehen", erklärte Peschek.

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