Fussball

SK-Sturm-Graz-Juwel Dario Maresic bei SPOX: "Hier zu bleiben, war die beste Entscheidung"

Von Andreas Födinger
Dario Maresic: Sein großes Vorbild heißt Sergio Ramos
© GEPA

Sturm-Graz-Abwehrkicker Dario Maresic kann mit 19 Jahren schon auf eine beachtliche Karriere blicken: Vizemeistertitel, Cup-Sieger, 74 Pflicht-Spiele im schwarz-weißen Trikot. Das Juwel etablierte sich unter Franco Foda bei den Blackies, der Aufstieg geriet rasant, Hannover 96 und Schalke 04 wären im Sommer an ihm dran gewesen, hieß es.

Maresic entschied sich für einen Verbleib. Eine gute Entscheidung? Die letzten Monate waren bei Sturm Graz von Chaos geprägt. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen den WAC platzte Sportdirektor Günter Kreissl wie schon so oft der Kragen, kündigte "Einzelgespräche" an. Gab's die vermeintliche Kopfwäsche? Woran krankt es bei den Schwarz-Weißen? Und von welchem Verein träumt Dario Maresic? Zeit, ein paar Antworten zu bekommen.

Lassen Sie uns das Gespräch mit etwas Positivem starten: herzliche Gratulation zur bestandenen Führerscheinprüfung.

Dario Maresic: Haha, Dankeschön! Es hat bei mir leider ein bisschen länger gedauert.

Kommen wir zu etwas nicht ganz so Erfreulichem, der sportlichen Situation. Es gibt vermutlich angenehmere Phasen, ein Interview zu führen.

Maresic: Es ist wirklich gerade nicht einfach für uns, der Erfolg von letztem Jahr ist nicht da. Es ist sehr schwierig, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin jeden Tag positiv eingestellt für Sturm. Es hilft nichts, wir können die Spiele, die wir verloren haben, nicht mehr zurückholen. Ich will versuchen, so gut es geht, nach vorne zu schauen. Es gibt sicher angenehmere Situationen, aber nichtsdestotrotz - wir werden gegen den LASK Vollgas geben und versuchen die sechs Punkte zu holen.

Günter Kreissl hat nach dem Spiel gegen den WAC Einzelgespräche angekündigt. Was hat er gesagt?

Maresic: Ich verstehe alle, ich verstehe, dass er geschimpft hat. Die Leistung war einfach nicht okay, wir waren ja alle selber auch sauer, wir haben das Spiel gegen den WAC unnötig aus der Hand gegeben. Aber wir dürfen nicht jammern oder angefressen aufeinander sein, das bringt nichts. Heute gegen den LASK (ab 19:00 im SPOX-Liveticker, Anm.) geht's weiter.

Dario Maresic: Gründe für das Sturm-Chaos

Wie schafft man das in englischen Wochen, so ein Negativerlebnis wieder aus den Köpfen zu bekommen?

Maresic: Wenn die Spiele so knapp hintereinander sind, versuchen wir, über das verlorene Spiel einfach nicht zu reden, sondern den Fokus auf das kommende Match zu setzen. Wir können uns gegenseitig zerfleischen und sagen‚ ja, hätten wir das besser so gemacht oder anders gemacht', aber das bringt nichts. Wir sprechen darüber, wie die Taktik sein wird, wie wir das kommende Spiel angehen wollen. Die WAC-Niederlage muss so schnell wie möglich raus aus den Köpfen.

Sie haben mit Sturm schon den Cup gewonnen. Trainer Roman Mählich spricht aktuell immer davon, dass die Mannschaft von damals besser als die jetzige war. Gab's Fehler in der Transferpolitik?

Maresic: Nein, das glaube ich nicht. Es war schon komplett anders, ich glaube, wir hatten sechs oder sieben andere Startelfspieler. Wir hatten ein unglaubliches Jahr, Vizemeistertitel, Cuptitel. Das war außergewöhnlich. Da hat einfach alles zusammengepasst. Aber wir haben jetzt auch richtig gute Qualität in der Mannschaft, aber können dieses Potenzial noch nicht wirklich zur Geltung bringen. Die Situation ist einfach nicht so, dass jeder unglaubliches Selbstvertrauen hat oder jeder ganz sicher ist über das, was man in bestimmten Spielsituationen zu tun hat. Vielleicht fehlt dem einen oder anderen die Leichtigkeit, die letztes Jahr noch da war.

Wie sieht das bei Ihnen persönlich aus? Fehlt Ihnen auch die Leichtigkeit?

Maresic: Ich bin eher ein ruhigerer Typ, normalerweise macht mir das nicht so viel aus. Aber Selbstvertrauen ist ein schwieriges Wort. Ich habe keine Angst davor, Fehler zu machen. Trotzdem ist es so, dass die Sachen, die du letztes Jahr locker und leicht gemacht hast, diesmal vielleicht nicht machst oder in einer schwierigen Situation lieber die Sicherheitsvariante wählst. Gerade in solchen Situationen, wo du blitzschnell entscheiden musst, wählst du dann lieber den sicheren Weg.

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