Fussball

Die großen Fragen und Antworten zum Ende des Bundesliga-Grunddurchgangs

Von APA
Rapid und Salzburg im Duell
© GEPA

Der erstmals ausgespielte Grunddurchgang der Bundesliga nach der Reform geht am Sonntag (17.00 Uhr) zu Ende. Die Liga pausiert danach während der EM-Qualifikation. Geprägt waren die ersten 22 Runden vor allem durch kräftige Rotationen auf dem Posten der Cheftrainer sowie das Rennen um einen Platz über dem "Strich", also das Einziehen in die Meistergruppe der Top Sechs. Fragen und Antworten zum Ende des Grunddurchgangs der Bundesliga.

Wie geht es weiter?

Die Liga geht nach der 22. Runde in eine zweiwöchige Länderspielpause. Die Qualifikationsgruppe und Meistergruppe starten am 30. und 31. März. Die Spiele der Qualifikationsgruppe werden ausschließlich am Samstag um 17.00 Uhr ausgespielt, am Sonntag ist die Meistergruppe mit zwei Spielen um 14.30 bzw. einem um 17.00 Uhr an der Reihe. Die Auslosung wird die Liga Mitte der kommenden Woche bekannt geben. Die abschließende 32. Runde steigt am 25. Mai, ehe noch das Play-off um die Europa-League-Startplätze (28., 30. Mai, 2. Juni) ansteht.

Wer spielt im Europacup?

Der Sieger der Meistergruppe ist Meister und darf höchstwahrscheinlich in der Gruppenphase der Königsklasse antreten. Der Vizemeister tritt in der Champions-League-Qualifikation an. Der Dritte spielt in der Europa-League-Qualifikation, der Vierte im Play-off gegen den Sieger aus dem Vergleich Fünfter gegen Sieger der Qualifikations-Gruppe um den letzten Startplatz in der Europa-League-Quali. Der Qualifikationsgruppen-Sieger darf das in einem Spiel ausgetragene Duell mit dem Fünften zu Hause bestreiten. Das Play-off gegen den Vierten erfolg in Hin- und Rückspiel.

Was verändert der Cupsieger?

Sollte der prinzipiell mit einem Fixplatz für die Europa-League-Gruppenphase ausgestattete Cupsieger in der Meisterschaft unter den ersten fünf landen, ist auch der Zweite der Quali-Gruppe noch im Rennen. In einem Auswärtsspiel beim Sieger der Quali-Gruppe würde dann der Kontrahent des Vertreters der Meistergruppe bestimmt. Landet der Cupsieger - im Halbfinale stehen Salzburg, LASK, Rapid und der GAK - in der Liga auf den Rängen eins oder zwei, ist der Dritte fix in der Europa-League-Gruppenphase dabei. Auf alle Fälle nicht ins Rennen um die Europacup-Startplätze eingreifen wird der Sechste der Meistergruppe.

Die Punkteteilung als Spannungselement? Nach 22 Runden werden die Punkte geteilt. Salzburg war im Herbst das Maß aller Dinge und wird auch danach einen Vorsprung auf Verfolger LASK mitnehmen. Neun Zähler betrug dieser vor den Sonntag-Spielen, da abgerundet wird, würden die Linzer mit vier Punkten Rückstand in die Meistergruppe starten. Oliver Glasner interessierte dies "null". "Man kann es immer drehen wie man will, dafür ist dann der Dritte näher bei uns", sagte der LASK-Coach. Am Tabellenende wird es umso enger werden. Wacker Innsbruck, Altach und die Admira trennen vor der 22. Runde nur drei Zähler.

Droht der Quali-Gruppe der Zuschauerschwund?

"Für die Mannschaften, die unten sind, könnte es zuschauermäßig schon ein bisschen problematisch sein", vermutete der bei Mattersburg später entlassene Gerald Baumgartner vor der Saison. Klar scheint, dass die Qualifikationsgruppe weniger Interesse auf sich ziehen wird. Mit Rapid oder Sturm dürfte ein Vertreter der "großen Vier" unten mitspielen. Trifft es Rapid, könnte es diese Saison kein großes Wiener Derby mehr geben, auch die Spiele gegen Salzburg fallen weg. Finanziell gesehen gibt es durch weniger Zuschauer auch weniger Geld aus dem TV-Topf. Im Gegensatz dazu rechnete St. Pöltens General Manager Andreas Blumauer, dessen Club in der Meistergruppe weiterspielt, in den "NÖN" vor: "Wir bekommen Sponsorenprämien, rechnen mit mehr Zuschauereinnahmen und müssen wahrscheinlich weniger Punkteprämien auszahlen."

Hat sich der Druck auf die Trainer vergrößert?

Die Liga-Reform erwies sich für die Oberhaus-Coaches als zusätzliches Druckmittel. Mit Gerald Baumgartner, Goran Djuricin, Ernst Baumeister, Heiko Vogel, Werner Grabherr, Karl Daxbacher und Thomas Letsch wurden sieben der zwölf Trainer, die in die Saison gestartet sind, bereits vorzeitig beurlaubt. Nur Dietmar Kühbauers Abschied von St. Pölten zu Rapid erfolgte einvernehmlich. "Es ist richtig brutal mit der neuen Reform, der Druck wird mehr", sagte Robert Ibertsberger, der Letsch bei der Austria beerbte. Mit Ranko Popovic musste vor St. Pöltens Heimspiel gegen Mattersburg der nächste Trainer bangen. "So wie es ausschaut, ist jedes Spiel für jeden Trainer immer ein Endspiel", meinte Mattersburgs Klaus Schmidt zur Situation beim Gegner.

Scheuen Trainer durch die Reform sportliche Risiken?

Das Rennen um die sechs Plätze in der Meistergruppe erlaubt keine längeren Formkrisen. Wie Roman Mählich anmerkte, würden die Oberhaus-Coaches dadurch eher auf Bewährtes vertrauen. "Es war schon in den letzten Jahren schwer, junge Talente einzubauen. Ich habe den Eindruck, dass es noch schwieriger für die Trainer ist im Moment", sagte Mählich. Dies habe mit der Drucksituation zu tun. Auch die Spiele würden eher vorsichtig angegangen werden. "Es kann sein, dass die Attraktivität darunter leidet. Aber das ist glaube ich so gewollt, für euch und die Zuschauer ist es total spannend - kommt mir vor", meinte Mählich am Freitag zu Medienvertretern.

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