Fussball

Fredy Bickel zu Rapids Stürmersuche: "Ein Fehler, den ich mir nur schwer verzeihe"

Von SPOX Österreich
Fredy Bickel
© GEPA

Fredy Bickel gibt rückblickend auf die Stürmersuche des SK Rapid in der Wintertransferperiode zu, dass er einen Fehler begangen hat. Er sei aber auch von einem Vorstoß des Vereins überrascht gewesen.

Die Causa Stürmersuche hielt den SK Rapid diesen Winter auf Trab. Viele Namen wurden gehandelt, ebenso viele zerschlugen sich. Die Angst bei den Grün-Weißen war bereits groß, dass man leer ausgehen würde, ehe mit Aliou Badji kurz vor Transferschluss doch noch ein neuer Angreifer bei Rapid anheuerte.

Einiges an Trubel hätte sich Bickel ersparen können, glaubt er rückblickend, hätte er sich vor versammelter Presse nicht zu einer Aussage hinreißen lassen. "Das ist ein Fehler, den ich mir nur schwer verzeihe. Ich habe mich da ein wenig verleiten lassen, wurde auch überrascht", spricht Bickel bei Talk und Tore auf Sky über jenen Tag Ende November, an dem zuerst die finanzielle Lage der Hütteldorfer präsentiert wurde, und dann Bickel vor die Journalisten trat. Raphael Landthaler, Rapids Direktor Finanzen, hatte damals von einer "Kreditkarte" gesprochen, die Bickel für den Umbruch zur Verfügung gestellt würde. "Anschließend war die Sportpressekonferenz, da sind die Journalisten rausgestürzt und haben gemeint: Hast du gehört, du hast ein Transferbudget. Dann steh ich da und sage: Ja, wir holen einen Stürmer", schildert Bickel. "Das dürfte mir nicht passieren, damit hat es eigentlich angefangen. Die ganze Welt wusste dann; sie haben Geld und suchen einen Stürmer."

Damit machte sich Bickel die vorangegangene Arbeit im stillen Kämmerlein zunichte. "Wir hatten im Herbst unsere Liste, wir haben diese Stürmer verfolgt, haben sie beobachtet und eigentlich hat keiner etwas darüber geschrieben. Bis zu dieser Geschichte", erinnert sich Bickel. "Dann ging es zwei, drei Tage und die ersten Namen tauchten auf. Ich kann nicht ausschließen, dass sie von unserer Seite durchgesickert sind, aber das ist natürlich schon eine Beratergeschichte, das ist klar", meint Bickel.

Die ständigen Spekulationen, Gerüchte und Namen erschwerten die Arbeit, zudem kam ein weiterer ungünstiger Umstand. Die Spieler im Rapid-Visier waren teilweise nicht klar einem Berater zuzuordnen. "Badji, das kann ich auch sagen, der hatte lange Zeit gar keinen Berater, und dann kamen vier oder fünf, die sich auch noch gegeneinander ausspielten", verrät Bickel.

Der Schweizer gibt zu, dass er auf die in die Runde geworfenen Namen anders reagieren hätte können. "Man muss nicht immer gleich alles sagen, aber ich versuche wenn möglich, Leute nicht anzulügen", erklärt Bickel.

Eigenvermarktung: Bickel mit Spitze gegen den LASK

Auch zum aktuell brennenden Thema TV-Gelder-Verteilung äußerte sich Bickel und konnte sich dabei eine Spitze in Richtung LASK nicht verkneifen. Bickel fragte, wie seriös es sein kann, wenn einige Klubs so kurz vor der Lizenzierung grundsätzliche Dinge über den Haufen werfen wollen. Die von seinem Geschäftsführer-Kollegen Christoph Peschek angedrohte Eigenvermarktung der Rapid-Spiele sieht der Schweizer nicht so abwegig, in Spanien hätte es diese mit Real und Barca auch gegeben. "Die haben auch nicht nur gegeneinander gespielt. Und was ist mit Europa; ausgerechnet der LASK hat sich in dieser Saison selbst vermarktet. Ich glaube nicht, dass sie gegen sich selber gespielt haben", nimmt Bickel Bezug auf die Attacke von LASK-Präsident Siegmund Gruber.

Bezüglich seiner Vertragsverlängerung als Geschäftsführer Sport beim SK Rapid meinte Bickel, es gebe eine mündliche Vereinbarung, unterschrieben sei aber noch nichts. Die Gerüchte um eine Abwerbung durch den Schweizer Verband will Bickel nicht kommentieren. "Wir sind in einer so schwierigen Situation, da liegt es mir fern, für zusätzliche Spekulationen zu sorgen oder eine weitere Baustelle aufzutun", so Bickel.

 

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung