Fussball

Takumi Minamino bei Red Bull Salzburg: Der japanische Bullen-Superstar

Takumi Minamino spielt sich beim FC Red Bull Salzburg ins Rampenlicht.
© GEPA

Takumi Minamino hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Leistungsträger bei Red Bull Salzburg entwickelt. Der Japaner bestritt bereits über 150 Pflichtspiele für die roten Bullen und gestaltet mit seinen Toren den aktuellen erneuten Höhenflug der Salzburger mit. SPOX hat vor dem abschließenden Gruppenspiel in der UEFA Europa League gegen Celtic Glasgow (Do., 21 Uhr live auf DAZN und im LIVETICKER) mit dem Stürmer gesprochen.

Obwohl Takumi Minamino erst 23 Jahre alt ist, zählt er bei Red Bull Salzburg zu den Routiniers. Auf der Liste der dienstältesten Spieler liegt er auf Platz vier - nur Andreas Ulmer, Alexander Walke und Christoph Leitgeb stehen bei den Bullen schon länger unter Vertrag.

Im Wintertransferfenster vor ziemlich genau vier Jahren schlugen die Salzburger zu und sicherten sich die Dienste eines der spannendsten Talente im asiatischen Raum. Minamino galt damals noch als unbeschriebenes Blatt, für die Scouts der Red-Bull-Familie stach der damals 19-Jährige jedoch bereits heraus.

"Das erste Jahr hier in Salzburg war schon recht schwierig. Ich musste mich an eine andere Sprache, an eine neue Kultur gewöhnen", erzählt Minamino im Gespräch mit SPOX. "Dank Teamkollegen sowie der Unterstützung des Klubs, auch durch unseren Dolmetscher, ist die Integration aber sehr gut verlaufen."

Vor allem Andreas Ulmer und der damalige Liefering-Spieler Hee-Chan Hwang halfen besonders mit, dass sich Minamino in der Mozartstadt schnell einlebte.

Takumi Minamino: Stürmer im Schatten von Diego Forlan

Der Mann aus der - für japanische Verhältnisse - überschaubaren 100.000-Einwohner-Stadt Izumisano spielte vor seiner Zeit lediglich für einen einzigen Verein. Bei Cerezo Osaka durchlief er diverse Jugendmannschaften, ehe er mit 17 sein Debüt in der J1 League feierte.

Dort bekam er über die Jahre einige prominente Teamkollegen. Neben dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Cacau entschied sich auch Diego Forlan dazu, seine Karriere in Japans höchster Spielklasse ausklingen zu lassen.

"Er war ein toller Spieler", erinnert sich Minamino an die Atletico-Legende und präzisiert, was ihm an Forlan imponierte: "Seine Schusstechnik war außergewöhnlich, ich habe ihn dabei oft beobachtet. Beeindruckend war auch seine Professionalität."

Minamino bei Salzburg: Der Dribblanski mit dem richtigen Riecher

Wohl auch inspiriert von Forlan entwickelte sich Minamino in den vergangenen Jahren zu einem zunehmend kompletteren Angreifer. Im offensiven Spiel der Salzburger fühlt er sich auf engstem Raum am wohlsten, seine technischen Stärken im Dribbling kann er dort am besten ausspielen. "Und ich hab einen ganz guten Riecher für die gefährliche Positionierung vorm Tor", findet er.

Die aktuelle Nummer zwei im Sturm der Salzburger hinter Munas Dabbur ortet jedoch noch weiterhin Schwächen in seinem Spiel. "Ich habe wenige Kopfballtore gemacht und möchte mich da verbessern."

Red Bull Salzburg: Einsatzminuten im Sturm in der Saison 2018/19

SpielerEinsätzeToreAssistsTore/90 Min.Einsatzminuten
Munas Dabbur281960,792.157
Takumi Minamino241130,811.217
Fredrik Gulbrandsen18540,64707
Smail Prevljak197-0,90698
Patson Daka12110,18514
Reinhold Yabo8210,35519

Bei 1,74 Meter Körpergröße wohl kein leichtes Unterfangen, auch wenn ihm die Zahlen Recht geben: Nur eines seiner bislang 35 erzielten Treffer in der Bundesliga erzielte er per Kopf. Auffallend ist, dass Minamino, wenn er einmal in Fahrt kommt, nur schwer zu bremsen ist. Seit seinem Bundesliga-Debüt erzielte er neun Mal in einem Spiel mehr als einen Treffer. Keinem anderen Spieler gelang dieses Kunststück im Vergleichszeitraum häufiger.

"Ich bin in guter Form, spüre das auch und hab dadurch Selbstvertrauen", sagt der elffache Torschütze der aktuellen Saison. "Mein Ziel ist es, diesen Lauf möglichst lange zu halten. Damit helfe ich mir und natürlich auch der Mannschaft."

Red Bull Salzburg: Minamino als japanischer Superstar

Für Red Bull Salzburg ergeben sich mit Minamino nicht nur sportliche Chancen. Da der flexible Offensivspieler als eines der heißesten Talente für die Zukunft der japanischen Nationalmannschaft gilt, wird in dessen Heimat auch regelmäßig über die Ergebnisse der Salzburger berichtet.

Der österreichische Serienmeister betreibt auf dem in Japan besonders beliebten Twitter seit vergangenen September einen eigenen Kanal auf Japanisch, um die Minamino-Fans mit Content über ihren Liebling zu versorgen.

Minamino selbst hat als Influencer für den asiatischen Markt Potenzial: Auf Twitter folgen dem siebenfachen Nationalspieler 145.000 Menschen, damit sticht er die Instagram-Profile von Dabbur, Hannes Wolf oder Diadie Samassekou um Welten aus.

Doch auch sportlich sehen die Verantwortlichen der roten Bullen das Potenzial Minaminos, weshalb sie im vergangenen Februar dessen Vertrag aufbesserten und vorzeitig bis Sommer 2021 verlängerten.

Europa League: Salzburg gegen Celtic um den perfekten Hattrick

Am Donnerstag geht es für Minamino und die Salzburger darum, zum bereits dritten Mal die Gruppenphase der Europa League ohne Punktverlust abzuschließen.

Dafür muss die Mannschaft von Trainer Marco Rose im Celtic Park von Glasgow bestehen. "Wir sind gut drauf und wollen unsere Spiele immer gewinnen, egal in welcher Situation", sagt Minamino, der damit etwaigen Spekulationen um eine Wettbewerbsverzerrung mit Hinblick auf Gruppen- und Stallkollegen RB Leipzig eine Absage erteilt. Dennoch hält er fest: "Aber wir wissen, dass es nicht einfach wird, auch weil es für Celtic noch um sehr viel geht."

Sollten die Schotten gegen Salzburg punkten, wären sie ebenso wie der fixe Gruppensieger aus Österreich für das Sechzehntelfinale qualifiziert, Leipzig wäre in diesem Fall ausgeschieden.

Für Salzburg wäre es der zweite Einzug in die K.o.-Phase in Folge, im vergangenen Jahr erreichten sie mit Siegen über Lazio und Borussia Dortmund sogar sensationell das Halbfinale. "Wir haben eine sehr gute Mannschaft mit großem Potenzial. Und wir wollen wieder so weit wie möglich kommen."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung