Fussball

Rapid-Präsident Krammer kritisiert Bundesliga-Sanktionen und kündigt Berufung gegen Geldstrafe an

Von SPOX Österreich
Michael Krammer
© GEPA

Der SK Rapid soll wieder einmal tief in die Tasche greifen. Der Strafsenat der Bundesliga hatte am Montagabend aufgrund der Vorfälle beim letzten Wiener Derby gegen die Austria eine Geldstrafe von 30.000 Euro über die Hütteldorfer verhängt. Rapid-Präsident Michael Krammer kündigte wenig später an, dass man gegen die Höhe dieser Strafe berufen werde und kritisierte zudem grundsätzlich die Sanktionen der Bundesliga.

"Also die Fehlleistung des Vereins würde ich mir gerne in der Langfassung des Urteils von der Bundesliga aushändigen lassen. Deswegen werden wir auch gegen die Höhe dieser Strafe berufen, denn es muss schon eine Verhältnismäßigkeit da sein", meinte Krammer in der Sky-Sendung Talk und Tore.

Rapid hätte alles getan, um jene Gruppe von Fans zu stoppen, die am 16. September nach Spielende letztlich doch in den Innenraum des Allianz-Stadions und Richtung Austria-Sektor gelangte. "Man hat ja gesehen, es waren die Ordner da, die es verhindern wollten. Die Polizei ist etwas später auf das Spielfeld gekommen, da war die Situation eigentlich schon bereinigt", so Krammer.

Er behaarte darauf, dass die Strafe vergleichsweise hoch ausfällt. "Ich habe ein Derby in Erinnerung mit Wurf eines Gegenstandes, der glaube ich ein leerer Rauchtopf war, auf eine Journalistin, die schwerverletzt abtransportiert wurde. In Kombination mit diesen Vorfällen hat es eine Strafe von 40.000 Euro gegeben. Das steht in keinem Verhältnis", beklagte der Rapid-Präsident.

Krammer kündigt erneut Sanktionen an

Das Argument, bei Rapid bzw. seinem Anhang handle es sich um Wiederholungstäter, möchte Krammer nicht gelten lassen. "Der letzte Platzsturm, wenn man das (die nun sanktionierten Vorfälle beim letzten Derby, Anm.) so bezeichnen will, war 2011. Und irgendwann muss es auch eine Verjährung geben", forderte Krammer.

Rapid bemühe sich um die Ausforschung und Sanktionierung derer, die etwas getan haben. So auch im Rahmen der aktuell diskutierten Vorfälle. "Es wird ganz sicher Sanktionen geben, zu 100 Prozent. Die sind im Laufen. Man muss nur immer aufpassen, damit man nicht die erwischt, die nichts gemacht haben. Es gibt unterschiedliche Tätlichkeiten, manche sind hingelaufen und haben zugesehen, andere haben etwas in Richtung Sektor geworfen und manche haben Ordner angegriffen", erklärte Krammer, dass man noch mit der Auswertung der Bilder vom 16. September beschäftigt sei.

Pauschalstrafen für Krammer "völliger Schwachsinn"

Auf Nachfrage bestätigt er dann: "Wir sind uns einig, dass die erstens alle nichts verloren haben (im Innenraum, Anm.). Aber auch, hoffe ich, dass es unterschiedliche Sanktionen gibt für jene, die tätlich Ordner angegriffen haben und die pyrotechnische Gegenstände geworfen haben, im Vergleich zu jenen, die da halt irgendwie komisch mitgelaufen sind."

Pauschalstrafen würden laut Krammer das genaue Gegenteil von dem bewirken, was man damit anstrebt, "nämlich, dass sich jene, die bestraft werden, obwohl sie nichts getan haben, mit denen solidarisieren, die etwas gemacht haben. Aber das begreifen ja so viele nicht."

Dass sein Klub nun erneut bestraft wird, obwohl er die Ausforschung der schuldigen Personen ankündigte, kann Krammer nicht verstehen. "Trotzdem kriegt der Verein 30.000 Euro Strafe. Und trotzdem kriegen wir eine Sektorsperre nach dem Austria-Spiel. Sinnlos, absolut sinnlos. Führt nur zu einem komplett kontraproduktiven Solidarisierungseffekt, sagt jeder Experte. Aber es klingt halt so gut, wenn man sagt, da müssen alle bestraft werden. Völliger Schwachsinn", wirft Krammer der Bundesliga Populismus vor.

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