Fussball

Ex-Rapid-Wien-Trainer Goran Djuricin: "Ich war zu demütig"

Von SPOX Österreich
Goran Djuricin ist bei Rapid äußerst umstritten.
© GEPA

Am Montag löste der SK Rapid den Vertrag mit Ex-Trainer Goran Djuricin auf. 67 Spiele saß der 44-Jährige auf der Bank der Hütteldorfer. Die Bilanz: 34 Siege, 14 Unentschieden, 19 Niederlagen. Zu wenig für die Führung der Grün-Weißen - sie zogen die Reißleine.

Im Kurier arbeitet der Wiener nun einige Knackpunkte seines Scheiterns auf. So wirft sich Djuricin selbst vor, keine weiteren Verstärkungen gefordert zu haben. "Ich habe zu vielem Ja gesagt, weil das Verhältnis zu Sportdirektor Bickel so gut und der gegenseitige Respekt so groß ist. Fredy war wirklich eine große Stütze. Ich konnte den Standpunkt des Vereins nachvollziehen: Wenn wir nachkaufen, die Verletzten zurückkehren und im Play-off ausscheiden, haben wir bald viel zu viele Kaderspieler. Künftig muss ich als Trainer aber egoistischer werden", sagt Djuricin.

Auch die schlechte Rasen-Qualität hätte der ehemalige Ebreichsdorf-Trainer kritisieren müssen: "Ich war zu demütig. Etwa in der Frage der Rasenqualität, die Didi Kühbauer öffentlich angesprochen hat. Ich war dankbar für diese Chance, habe aber deswegen darauf verzichtet, öfters auf den Tisch zu hauen."

Djuricin: "Dovedan wäre die nötige Maschine gewesen"

Insgesamt bereut Djuricin sein Engagement bei Rapid nicht. Er habe einen "guten Punkteschnitt" (1,73, Anm.), sei im Cup weiter gekommen als seine meisten Vorgänger, die Europa-League-Qualifikation habe geklappt und man habe Spieler wie Maximilian Wöber, Dejan Ljubicic und Mert Müldür entwickelt. Zudem habe die Kaderzusammenstellung nicht ganz so funktioniert, wie geplant. Neben Deni Alar, "ein Schleicher", hätte es einen körperlich starken Angreifer benötigt: "Dovedan von Heidenheim wäre die dafür nötige Maschine gewesen, ihn haben wir nicht bekommen."

Nun hat Dietmar Kühbauer das Ruder in der Hand. Djuricin hätte eine andere Lösung erwartet: "Am Anfang hätte ich gedacht, es braucht einen Trainer, der extrem ruhig ist und das auch ausstrahlt. Aber da die Fans viel Einfluss haben, ihn lieben und jetzt Ruhe geben, hilft das sehr. Die großen Vereine wollen Legenden, warum auch immer. Insgesamt sehe ich in Didi die beste Lösung für die Umstände."

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