Fussball

Dietmar Kühbauers Antrittspressekonferenz: "Ein starker Mann an der Front"

Von SPOX Österreich
Dietmar Kühbauer bei seiner Antrittspressekonferenz
© GEPA

Dienstagmittag präsentierte der SK Rapid im Rahmen einer Pressekonferenz Neo-Cheftrainer Dietmar Kühbauer. Gemeinsam mit Kapitän Stefan Schwab und Sportdirektor Fredy Bickel gab der ehemalige Erfolgstrainer des SKN St. Pölten Auskunft über seine neue Aufgabe in Hütteldorf.

Trainer Dietmar Kühbauer:

Über sein Rapid-Engagement: "Ich war überrascht, dass Rapid an mich herangetreten ist. Meine Zusage ist logisch - jeder kennt meine unglaubliche Rapid-Geschichte. Dass sich hier der Kreis schließt, ist eine unglaubliche Geschichte. Auch wenn ich Rapidler bin, muss ich Leistung abrufen. Schon am Donnerstag muss die Mannschaft präsent sein und funktionieren. Es bleibt wenig Zeit. Aber ich werde alles reinlegen und will die unzufriedenen Rapidler zurückgewinnen.

Wie Rapid spielen soll: Ich kann jetzt kein Zaubersystem erfinden. Wichtig ist, dass ich die Jungs persönlich kennenlerne. Ich bin der Überzeugung, dass einiges fehlt. Wir müssen es deutlich besser machen. In Glasgow gegen die Rangers zu starten ist unglaublich, aber auch das ist nur ein Spiel. Unser Ziel muss sein, dort nicht zu verlieren. Und drei Tage später müssen wir Mattersburg schlagen.

Ich werde so spielen, wie es der Mannschaft am besten tut. Der Fokus muss sein, offensiv zu agieren. Aber die Spieler haben die Aufgabe, nicht nur offensiv zu denken. Da habe ich ein Manko gesehen. Das bedarf sehr viel Arbeit. Aber schwitzen tut keinem weh, habe ich gehört. Das Training wird möglicherweise angezogen.

Über seine Handschrift: Jeder Trainer will seine eigene Handschrift haben. Aber entscheidend ist der Erfolg. Viele wollen das immer hören, weil es sehr interessant klingt. Wir müssen mehrere Systeme können, aber wichtig ist die Arbeit am Platz und die Bereitschaft. Und ich appelliere an jeden Rapid-Fan, die Mannschaft zu unterstützen, das ist mir sehr wichtig. Jeder Fan muss verstehen, dass es um die Mannschaft und um Rapid geht. Dass der ein oder andere Pfiff kommen kann, verstehe ich. Aber am Samstag war ich der Meinung, dass das nicht hilfreich war. Das ist eigentlich unglaublich.

Über Hans Krankls Kritik: Ich glaube Hans Krankl hätte das Angebot auch angenommen. Ganz ehrlich: Ich bin seit zehn Jahren Trainer und jeder weiß, wer mein Herzensklub ist. Jetzt habe ich die Chance gekriegt und ich will die Chance nützen. Ich will, dass die Leute wieder stolz auf Rapid sind.

Über seine Ziele: Im Moment muss man ganz ehrlich sagen, dass Red Bull über allen steht und keinen Deut schlechter wurde. Wir haben das Ziel, in der Europa League weiterzukommen und den Cup zu gewinnen. In der Meisterschaft müssen wir ins obere Playoff kommen.

Ob er ruhiger wurde: Ich war zwei Jahre vereinslos und hatte Zeit nachzudenken. Wenn der Papa wie ein Narr am Platz herumspringt, ist das auch nicht gut. Da muss man auch an seine Familie denken. Ich will analysieren, präsent sein, aber auch authentisch bleiben."

Sportdirektor Fredy Bickel:

Über schwere, turbulente Wochen: "Nach vielen Monaten von nicht sehr viel Sonnenschein drückt heute endlich mal die Sonne durch. Wir mussten schon während dem Cup-Spiel bemerken, dass viel Druck auf uns lastet. Das Spiel am Samstag war sehr schwierig für uns alle. Alle wollten, aber wir konnten nicht mehr. Also mussten wir die Mannschaft und den Trainer davon befreien. Nach dem Spiel war die Situation sehr emotional. Höchste Bewunderung für Goran Djuricin, der unmenschliches ertragen hat. Auch für ihn war es eine Befreiung. Ich habe auch in der Nacht noch mit Gogo, zwei, dreimal gesprochen, wollte sehen, wie er und die Mannschaft mit der Situation umgehen.

Über die Trainersuche: Ich habe mir angewöhnt in meinem Job eine Trainerliste zu führen. Die habe ich herausgeholt. Es ist mir wichtig, dass ich immer mit anderen Trainern Gespräche geführt habe. In Wien kam das schnell an die Öffentlichkeit. Aber ich habe die aktuellen Trainer immer einbezogen. Mit Didi habe ich mich im Verlauf der letzten zwölf Monate mehrfach unterhalten. Für mich war es wichtig, schnell handeln zu können. Und mir war es wichtig, dass es ein Trainer ist, der mit dieser Mannschaft umgehen kann und wir Ruhe reinbringen. Das kannst du nur mit einem Trainer mit großer Reputation erreichen, der im Umfeld angenommen wird.

Am Sonntag habe ich damit begonnen, Kandidaten zu kontaktieren um zu erfahren, ob sie bereit wären. Der neue Trainer musste die Liga und die Mannschaft kennen. Ich weiß, wie schnell man in die Abstiegsrunde fallen kann, ich habe das selbst bereits erlebt. Didi und Manfred Nastl (Co-Trainer, Anm.) haben sofort mitgezogen und keine Zweifel offengelassen. Am Abend hat das Präsidium die Entscheidung abgesegnet."

Kapitän Stefan Schwab:

Über die aktuelle Situation: "Für uns alle war die Woche turbulent. Ein Danke an den Verein und an Fredy, dass die Entscheidung so schnell gefallen ist. Mit Kühbauer haben wir den starken Mann an der Front, der den Weg vorgibt. Die Vergangenheit darf uns nicht mehr beschäftigen. Wir müssen jetzt umsetzen, was das Trainerteam vorgibt. Dass wir in der Liga aufholen müssen, ist allen klar.

Es ist absolut richtig, dass nicht nur der Trainer an der Situation Schuld war. Wir müssen geschlossen auftreten und als Team funktionieren. Wir haben jetzt einen starken Mann an der Front, an ihm können wir uns orientieren.

Angst vor Heimspielen haben wir auf keinen Fall. In Österreich wissen viele Gastmannschaft, dass sie mit einer defensiven, kompakten Spielweise schnell Unruhe stiften können. Trotzdem spiele ich am liebsten in Hütteldorf."

Dietmar Kühbauer: Trainerstationen des neuen Rapid-Coachs

VereinAmtszeitSpielePunkteschnitt
SKN St. PöltenApril 2018-211,90
Wolfsberger ACSeptember 2013-November 2015951,37
Admira WackerApril 2010-Juni 20131241,59
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