"Brutale Kampfansage": Bundesliga-Trainer glauben an Alleingang von Red Bull Salzburg

Von APA
Freitag, 20.07.2018 | 08:32 Uhr
Gilt als "absoluter Siegertyp" bei RB Salzburg: Marco Rose.
© getty

Marco Rose hat die Konkurrenz bereits vor dem ersten Auftritt seiner Meistermannschaft das Fürchten gelehrt. "Er hat mir gesagt, dass sie heuer noch stabiler als letztes Jahr sind - eine brutale Kampfansage", berichtete Gerald Baumgartner. Mattersburgs Trainer steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Mehr denn je erwarten die Trainer der Bundesligisten einen Alleingang von Red Bull Salzburg.

Es ist der bisher ausgebliebene Aderlass des Titelverteidigers, der den Gegner wenig Hoffnung auf ein Ende des seit 2014 währenden Salzburger Erfolgslaufs in der Bundesliga macht. Die sechste Meisterschaft in Folge will Salzburg in der neuen Zwölferliga einfahren. Rose sah in einer APA-Umfrage "die üblichen Verdächtigen" als Kontrahenten, sprich Rapid und Sturm Graz, aber auch die Wiener Austria. "Es ist sicher so, dass wir hart dafür kämpfen werden und müssen", urteilte Rose eine Woche vor dem Liga-Auftakt am 29. Juli zu Hause gegen den LASK.

Wagte sich im Vorjahr noch Austrias Thorsten Fink aus der Deckung und verkündete die Jagd auf die "Bullen", sahen Roses Amtskollegen die Ausgangslage heuer wenig überraschend als einzementiert. "Der Umbruch bei ihnen war noch nie so klein, im Gegenteil. Sie haben Qualität dazubekommen. Alles andere als der Titel für Salzburg wäre eine große Überraschung", sprach Austria-Trainer Thomas Letsch einen oft genannten Punkt an: Salzburg kann quasi unverändert die Mission Titelverteidigung starten.

Marco Rose bleibt den Bullen erhalten

So blieb Rose dem Club anders als seine Vorgänger Oscar Garcia (Abgang 2017), Adi Hütter (2015) und Roger Schmidt (2014) erhalten. Aus dem Kader des Europa-League-Halbfinalisten wurden "nur" Valon Berisha und Duje Caleta-Car abgegeben. Gekommen ist jedoch Österreichs Ex-Teamspieler Zlatko Junuzovic, der verliehene Smail Prevljak kehrte als Torjäger aus Mattersburg zurück.

"Die Mannschaft hat sich in ihrer Substanz bis heute nahezu nicht verändert. Der Trainer ist der gleiche geblieben. Das sind Voraussetzungen, die Red Bull in den wenigsten Jahren gehabt hat - und trotzdem ist es sich immer ausgegangen", erinnerte Hartbergs Trainer Markus Schopp an vergangene Saisonen. Für LASK-Coach Oliver Glasner war die trotz großem internationalen Erfolg eher ruhig verlaufene Transferzeit doch überraschend: "Man hat eigentlich gerechnet, dass der größte Umbruch bei Red Bull Salzburg passieren wird. Die haben ihn mit am kleinsten gehalten."

Djuricin will auf Tuchfühlung gehen

Als Herausforderer gelten wie gehabt die Wiener Großclubs - auch wenn diese davon nichts wissen wollen. Bei der Austria sind nach dem Bauchfleck der vergangenen Saison Kampfansagen ohnehin unpassend, bei Rapid stellten sich Hoffnungen ein, die Lücke schließen zu können. 21 Punkte betrug sie zu Saisonabschluss immerhin. "Favorit hin und her, wir müssen schauen, dass wir aufholen, dass wir auf Tuchfühlung sind mit ihnen", merkte Trainer Goran Djuricin an.

Salzburg habe die besten Möglichkeiten und die qualitativ stärksten Spieler "in allen Bereichen". Dass der Serienmeister zu schlagen sei, habe aber das Cup-Finale bewiesen, erinnerte Djuricin. Der in Klagenfurt siegreiche Heiko Vogel von Sturm Graz wollte von einem Angriff in der Liga eher nichts wissen und schob den Ball zurück: "Ich glaube, der Titelverteidiger hat größere Konkurrenz bekommen, als es zuletzt der Fall war. Die Wiener Vereine haben nachgerüstet."

Für die Konkurrenz bleibt das Hoffen, dass sich Salzburg vielleicht von den nationalen Aufgaben ein wenig ablenken lässt. Zum Beispiel winken Antritte in der Champions League, in die Salzburg im elften Versuch der Red-Bull-Ära endlich einziehen will. Die Chance darauf sehen die Liga-Trainer so groß wie nie. "Das hätten sie sich auch wirklich mal verdient", wusste Vogel. Wacker-Trainer Karl Daxbacher fasste die Stimmung zusammen: "Bei Salzburg wünscht sich jeder, dass sie einmal in die Champions League kommen." Und dadurch Österreichs Liga international erneut ins Rampenlicht stellen könnten.

Red Bull Salzburg: Die fixierten Neuzugänge

SpielerPositionabgebender VereinAblöseVertrag bis
Zlatko JunuzovicMittelfeldWerder Bermenablösefrei30.06.2021
Jasper van der WerffInnenverteidigerFC St. Gallen800.000 Euro30.06.2022
Kilian LudwigAußenverteidigerRB Leipzig?31.05.2022
Karim AdeyemiAngreiferSpVgg Unterhaching?31.05.2021
Jerome OngueneInnenverteidigerVfB Stuttgart?31.05.2022
Abdourahmane BarryDefensivallrounderParis Saint-Germainablösefrei31.05.2023
Darko TodorovicRechtsverteidigerSloboda Tuzla?31. Mai 2023
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung