Cup-Halbfinale Sturm Graz-Rapid Wien: "Ein Fußballfest, das keinen Verlierer verdient hat"

Von Christoph Kristandl
Donnerstag, 19.04.2018 | 08:22 Uhr
Am Ziel der Träume: Der SK Sturm fährt nach 2010 wieder zum ÖFB-Cup-Finale nach Klagenfurt
© GEPA
Advertisement
NBA
Do24.05.
Erlebe alle Spiele der Conference Finals live!
Allsvenskan
Häcken -
AIK
Ligue 1
AC Ajaccio -
Toulouse
Serie B
Bari -
Cittadella
Championship
Aston Villa -
Fulham
Allsvenskan
Malmö -
Dalkurd
League One
Rotherham -
Shrewsbury
Serie B
Venedig -
Perugia
Ligue 1
Toulouse -
AC Ajaccio
League Two
Coventry -
Exeter
Friendlies
Portugal -
Tunesien
Friendlies
Argentinien -
Haiti
Friendlies
England -
Nigeria
Friendlies
Brasilien -
Kroatien

Die Wochen der außergewöhnlichen Fußballabende fanden mit dem ÖFB-Cup-Halbfinale zwischen dem SK Sturm und Rapid Wien eine würdige Fortsetzung. Zur Abwechslung nicht in Form einer furiosen Aufholjagd, sondern eines offenen Schlagabtausches, der letztlich unverdientermaßen einen Verlierer hervorbringen musste.

Es war ein lehrbuchmäßiger Cup-Fight, der am Ende vor allem für ein prägendes Schlagwort sorgte: Werbung.

"Das war heute definitiv eine Mega-Werbung für den österreichischen Fußball", meinte etwa Günter Kreissl nach dem 3:2-Erfolg seiner Grazer in der Verlängerung. Und Sturms Geschäftsführer Sport lieferte auch gleich eine Erläuterung, die die 120 atemberaubenden Minuten knackig zusammenfasste: "Eines der besten Bewerbsspiele, die ich je in Österreich gesehen habe. Unglaubliche Intensität, unglaubliche Leidenschaft, unfassbare Stimmung, wahnsinnig viele Torchancen, ein dramatischer Spielverlauf."

Sturm-Coach Heiko Vogel von Fan-Kulisse begeistert

Drei Mal mussten die Schwarz-Weißen in Führung gehen, um letztlich auch den Platz als Sieger verlassen zu können. Zu unnachgiebig zeigte sich Rapid, das immer wieder den Weg zurück fand und auch Chancen auf mehr gehabt hätte. "Das Pendel hätte heute in beide Richtungen ausschlagen können", gab Kreissl zu. "Ich will jetzt nicht sagen, dass wir die Glücklicheren waren, aber mir fällt heute nichts Besseres ein."

Selbiges unterstrich auch Heiko Vogel, der die Partie schlicht als "sensationell" beschrieb. "Und zwar Alles." Das begann schon, als der schwarz-weiße Anhang zwei Stunden vor Spielbeginn für den ankommenden Mannschaftsbus Spalier stand und die Spieler so heiß machte für das Duell mit Rapid. "In der Art habe ich das auch noch nie erlebt", gab der Sturm-Trainer zu.

"Es war angerichtet für etwas Großes. Kompliment auch an Rapid, es war ein Fußballfest zweier fantastischer Mannschaften. 120 Minuten so ein Tempo zu gehen ... das wäre mir neu, das hab ich in letzter Zeit nicht gesehen. Heute sind alle auf ihre Kosten gekommen", war der Deutsche angetan vom furiosen Kick. Nachsatz: "Bis auf Rapid und seine Fans, aber ein Finale mit drei Mannschaften zu spielen ist schwierig. Auch wenn es ein Fußballfest war, das keinen Verlierer verdient hat."

Rapid-Kapitän Stefan Schwab: "Es tut weh"

Damit sprach Vogel Stefan Schwab aus der Seele. "Es gab eine Fülle an Chancen, wir waren in der ersten Hälfte schlechter, Sturm in der zweiten. Am Ende des Tages geht es im Cup aber ums Weiterkommen, das hat Sturm heute geschafft und deswegen sind wir riesig enttäuscht", sprach der sichtlich niedergeschlagene Rapid-Kapitän. Seine Analyse fiel ebenso sporadisch wie treffend aus: "Sturm war um ein Tor effizienter. Wir brauchen nicht sagen, dass Sturm verdient gewonnen oder wir verdient verloren haben. Es war ein richtig geiles Spiel von beiden Mannschaften. Nur können wir uns davon heute nichts kaufen und es tut natürlich weh, die Sturmspieler feiern sehen."

Zu Feiern gab es für die Grazer in der mit 15 750 Zuschauern - Rekordkulisse! - ausverkauften Arena in Liebenau viel. Immer wieder wurden die mittlerweile in Cup-Final-T-Shirts gekleideten Sturm-Spieler von ihren Fans aus der Kabinenparty zurück vor die Kurve beordert. Ein Tollhaus, das wohl nur ein kleiner Vorgeschmack auf das war, was sich rund um das Finale abspielen wird.

Vorfreude auf Grazer Völkerwanderung nach Klagenfurt

"Ich verspüre riesige Vorfreude, weil ich weiß, welche Völkerwanderung da von der Steiermark nach Kärnten stattfinden wird. Wir dürfen uns jetzt schon auf ein sehr stimmungsvolles Cup-Finale freuen", strahlte Kreissl. Der 43-Jährige war 2010 schon dabei, als Sturm sich zuletzt den Cup-Titel holen konnte. Damals als Tormanntrainer von Gegner Wr. Neustadt. "Sturm kann ruhig wieder gewinnen, so wie damals", schmunzelte Kreissl, der sein Schicksal mit Jörg Siebenhandl teilt. Der Sturm-Goalie stand vor acht Jahren im Kader der Wr. Neustädter und damit ebenfalls auf der anderen Seite. "Die Kulisse war überragend, mit sicher 25.000 Sturmfans im Stadion. Ich hoffe, dass sie uns wieder begleiten werden", so der 28-Jährige.

Über die Bühne gehen wird das Endspiel nun nicht wie bisher geplant am 1., sondern am 9. Mai. "Schuld" daran sind die auch in Europa höchst erfolgreichen Salzburger, die in Mattersburg den Einzug ins Finale realisierten. "Ich rate jedem dieses Spiel anzuschauen. Jeder wird in diesem Spiel sehen, welchen Stellenwert der Cup hat", versicherte der gebürtige Kärntner und Ex-Bulle Stefan Hierländer. "Salzburg ist eine gute Mannschaft, sie haben in der Europa League Werbung gemacht für den österreichischen Fußball, wir haben das heute aber auch gemacht. Jeder kann sich auf ein Spitzenspiel freuen!"

ÖFB-Pokalwettbewerb: Die Liste der letzten zehn Cupsieger

SaisonSiegerFinalistErgebnis
2006/07*FK Austria WienSV Mattersburg2:1
2008/09FK Austria WienAdmira3:1 n.V.
2009/10SK Sturm GrazSC Wiener Neustadt1:0
2010/11SV RiedSC Austria Lustenau2:0
2011/12FC Red Bull SalzburgSV Ried3:0
2012/13FC PaschingFK Austria Wien1:0
2013/14FC Red Bull SalzburgSKN St. Pölten4:2
2014/15FC Red Bull SalzburgFK Austria Wien2:0
2015/16FC Red Bull SalzburgAdmira5:0
2016/17FC Red Bull SalzburgSK Rapid Wien2:1
Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung