Darum tut Romano Schmid das Richtige

Sonntag, 20.08.2017 | 08:55 Uhr
Romano Schmid hat bei Red Bull Salzburg unterschrieben
© GEPA
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Das Szenario ist bekannt: Ein junger Spieler wird als größtes Talent eines stolzen Traditionsvereins gefeiert, entschließt sich bald darauf jedoch für einen Wechsel zum Liga-Krösus. Die Folge sind heftige Fanproteste.

Was nun auf Romano Schmid zukommt, musste Andreas Ivanschitz bereits 2006 mitmachen. Hoffentlich bleiben dem 17-Jährigen die persönlichen Angriffe, denen sich der Ex-Rapidler ausgesetzt sah, erspart. Auch sportlich ist ihm zu wünschen, dass er bei Salzburg eine erfolgreichere Zeit als der ehemalige ÖFB-Teamkapitän erlebt.

Zumindest letzteres sollte für Schmid klappen. Denn seit den Ivanschitz-Zeiten hat sich bei Salzburg einiges getan. Anstatt konzeptlos das Geld aus dem Fenster zu werfen, verfolgen die Bullen nun eine klare Strategie, die der perfekte Nährboden für die Entwicklung junger Spieler ist.

Do it like Laimer, Lazaro und Co.

Bereits bei Liefering werden die Teenager für den Erwachsenenfußball fit gemacht. Anschließend geht es für die besten Jungkicker zu Salzburg weiter, wo sie frühzeitig viel Spielzeit auf Österreichs höchstem Niveau erhalten. Weil alle RB-Teams dieselbe Spielphilosophie verfolgen, fällt der nahtlose Übergang zwischen den Teams den meisten Talenten kinderleicht.

Dazu kommen die perfekten Trainingsbedingungen und die individuelle Betreuung der Youngsters. So hat sich Salzburg in den letzten Jahren zum besten Ausbildungsklub des Landes gemausert. Bekamen junge Spieler in den Zeiten von Ivanschitz und Co. noch kaum eine Chance, werden sie nun gezielt gefördert. Beispiele dafür gibt es genug. Man denke nur an die Nationalspieler Martin Hinteregger, Valentino Lazaro oder Konrad Laimer.

Negativ-Beispiel Lovric

Die Nachwuchsförderung von Sturm bekleckerte sich dagegen in den letzten Jahren nicht mit viel Ruhm. So musste Stefan Stangl erst den Weg über Wr. Neustadt und Rapid gehen, um den Durchbruch zu schaffen. Auch sein Nationalteam-Kollege Florian Kainz stand bei Sturm in seiner Entwicklung an und empfahl sich erst bei einem anderen Klub für das Ausland. Hinzu kommt das warnende Beispiel Sandi Lovric.

Wie Schmid galt auch er noch vor wenigen Jahren europaweit als eines der herausragende Talente seines Jahrgangs. Die Betonung liegt auf "galt". Natürlich hat Lovric mit seinen 19 Jahren noch immer alle Qualitäten, eine großartige Karriere hinzulegen, zumal er nun bei Sturm endlich die nötige Spielpraxis bekommt, aber die letzten beiden Jahre ist er in seiner Entwicklung stehen geblieben. Noch in seiner ersten Saison als Sturm-Profi bekam er als 16-Jähriger acht Bundesliga-Einsätze, in den letzten beiden Spielzeiten waren es jedoch insgesamt nur sechs Spiele.

So löblich es auch ist, wenn Sportchef Günter Kreissl nun betont, Sturm mit der neuen Generation um Lovric, Schmid und Dario Maresic zu einem echten Ausbildungsklub machen zu wollen, angesichts der letzten Jahre fehlt diesem Bekenntnis bisher der praktische Beweis. Aus Sicht von Schmid und seinen Beratern ist der Schritt zu RB Salzburg daher nur allzu verständlich.

Liefering-Einsätze sind wichtig

Der Klub hat die Förderung von Top-Talenten zu seinem entscheidenden Existenzmerkmal gemacht, auch um diese später an den Schwesternverein in Leipzig weiterzugeben. Dieser Schritt winkt auch Schmid früher oder später, vorher wird er über Liefering jedoch erst einmal an intensiven RB-Fußball herangeführt. Die regelmäßigen Spiele für die Jungbullen werden dem 17-Jährigen gut tun. Auf seine Entwicklung wirken sie sich vielleicht sogar positiver aus als Kurzeinsätze in der Bundesliga, welche er bei Sturm gesammelt hätte.

Das Red-Bull-Imperium bietet dem Supertalent einfach Möglichkeiten wie kein anderer österreichischer Verein. Der Transfer zu Salzburg wird Romano Schmid gut tun.

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