Darum hat Schmid eine Ausstiegsklausel

Von SPOX Österreich
Salzburg will Sturms Romano Schmid verpflichten
© GEPA

Viele Fans des SK Sturm Graz beschäftigt momentan nur eine Frage: Wie konnte im Vertrag von Romano Schmid eine Ausstiegsklausel landen? Diese ermöglicht dem 17-jährigen Supertalent nun bekanntlich den bevorstehenden Transfer zu Red Bull Salzburg.

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Günter Kreissl klärte die Geschichte nun nach dem Ende seines wohlverdienten Urlaubs bei einem Medientermin auf. Die vom Sturm-Sportchef genannten Gründe für die Ausstiegsklausel muten durchaus kurios an.

Im Jänner 2016 unterzeichnete Schmid seinen ersten Profivertrag für die Grazer. Wie sich später jedoch herausstellte, war dieser rechtlich nicht gültig. Anstatt alle Erziehungsberechtigten das Papier für den minderjährigen Schmid unterschreiben zu lassen, schlossen die damaligen Sturm-Verantwortlichen nur mit einem Elternteil den Vertrag ab.

Ultimatum des Schmid-Beraters

Kreissl arbeitete zu diesem Zeitpunkt noch nicht bei Sturm. Im ersten Transfersommer seiner Amtszeit musste er die unglückliche Entscheidung seiner Vorgänger jedoch ausbaden. Schmids Berater Thomas Böhm stellte ihn vor die Wahl: "Ich stand vor der Entscheidung, ob Romano den Verein verlässt oder ob wir seinen Vertrag mit Ausstiegsklausel neu verhandeln", erinnert sich Kreissl.

Schon damals hatte der Youngster einige Angebote aus dem In- und Ausland auf dem Tisch liegen. Ein Abgang aus Graz wäre aufgrund des rechtlich nicht bindenden Vertrags problemlos möglich gewesen. Er entschied sich jedoch für einen Verbleib - allerdings nur mit Ausstiegsklausel.

"Ich habe mich mehrere Tage bemüht, die Summe für die Klausel nach oben zu treiben. Danach haben wir den neuen Vertrag korrekt mit den Erziehungsberechtigten unerzeichnet", so Kreissl.

Sturm holt vielleicht noch Schmid-Ersatz

Ein Jahr später muss der Sturm-Sportchef trotzdem den Abgang seines wohl größten Offensiv-Talents hinnehmen. Und das obwohl man in den letzten Monaten alles unternommen hätte, Schmid in Graz die beste Perspektive zu bieten. "Aus meiner Sicht kannst du einen 17-Jährigen fast nicht besser fördern."

Sogar in der Kaderplanung für die erste Mannschaft hat Kreissl auf die Entwicklung von Schmid Rücksicht genommen. "Ich wurde oft gefragt, warum wir keine Stürmer verpflichtet haben. Dabei habe ich den Platz ganz speziell für ihn freigehalten."

Trotz all der Bemühungen sei er Schmid nun aufgrund des bevorstehenden Salzburg-Wechsels nicht böse, auch wenn er diesen Schritt überhaupt nicht nachvollziehen kann. Für Kreissl geht es nun zurück an den Schreibtisch. Der Sturm-Sportchef will nach der Aufregung eventuell noch einmal am Transfermarkt zuschlagen. "Es kann sein, dass wir im vordersten Bereich noch etwas tun. Aber es gibt auch noch Oliver Filip, der momentan verletzt ist, aber viel Talent hat. Ich habe kein Bauchweh, wenn keiner mehr kommt."

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