Fussball

Passen Sie zu RB Leipzig, Herr Laimer?

Laimer macht als 19-Jähriger bereits einen sehr reifen Eindruck

Red Bull Salzburgs U19 sorgt gerade in der UEFA Youth League für Furore. Das Aushängeschild der RB-Talenteschmiede wird jedoch woanders gebraucht. Konrad Laimer soll die Bullen-Profis gegen den SKN St. Pölten zum Sieg führen. Obwohl erst 19 Jahre alt, fungiert der Mittelfeldmotor aus dem Salzburger Abersee schon als absoluter Leithammel im Team von Oscar Garcia. Im SPOX-Interview verrät der umworbene Nachwuchs-Nationalspieler, wohin er nicht wechseln wird.

SPOX: Mit 19 Jahren sind Sie bereits absoluter Leistungsträger beim überlegenen Tabellenführer der österreichischen Bundesliga. Leben Sie gerade Ihren Traum?

Konrad Laimer: Als kleiner Bub habe ich habe es mir immer so vorgestellt, wie es jetzt ist. Früher war ich bei fast jedem Spiel im Stadion. Jetzt darf dich dort selbst auflaufen. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Man kann schon sagen, dass ein Traum in Erfüllung gegangen ist.

SPOX: Sie haben die Salzburger Fußballakademie durchlaufen. Glauben Sie, hätten Sie sich auch bei einem anderen Verein so gut entwickelt?

Laimer: Das ist schwer zu sagen. Die Möglichkeiten, die wir in Salzburg haben, findet man fast nirgendwo - in Österreich schon gar nicht und auch in Europa nicht so oft. Das ganze Drumherum, die Trainingssteuerung und Schulausbildung, hat für mich perfekt gepasst. Ich bin einfach glücklich, dass ich diesen Weg gehen konnte.

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SPOX: Sie sind noch ein Teenager, haben aber bereits 70 Pflichtspiele für RB Salzburg bestritten. Talente bei anderen österreichischen Klubs tun sich oft schwerer, bereits in diesem Alter zum Stammspieler zu avancieren. Ist es bei euch aufgrund der Konstellation mit Liefering und dem klaren Bekenntnis zum Ausbildungsklub leichter, sich durchzusetzen?

Laimer: Nein. Alleine wegen des Drucks, den du hier hast. Red Bull Salzburg hat den Anspruch, die beste Mannschaft Österreichs zu sein und will auch immer international spielen. Das macht sich ja auch an dem starken Kader bemerkbar, den der Klub Jahr für Jahr trotz der Abgänge aufstellt. Ich würde sogar sagen, es ist fast schwieriger, sich bei Red Bull Salzburg durchzusetzen.

SPOX: Trotzdem haben Sie es geschafft. Muss man dafür also auch die richtige Einstellung mitbringen?

Laimer: Es hat viele Jugendspieler gegeben, die gut waren, aber aus dem Blickfeld verschwunden sind. Die Konkurrenz ist groß. Umso besser die Spieler um dich herum sind, desto besser entwickelst du dich weiter. Andere können mit diesem Druck aber vielleicht nicht so umgehen. Das hängt auch von der Persönlichkeit ab. Ich habe mich in jeder Nachwuchs-Mannschaft durchgekämpft, das prägt

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SPOX: In den letzten elf Spielen hat Ihre Mannschaft nur zwei Gegentore bekommen. Was macht eure Defensive so stark?

Laimer: Der Trainer bereitet uns auf jeden Gegner perfekt vor. Wir wissen vor jedem Spiel ganz genau, was uns erwartet. Die Mannschaft hat sich mittlerweile gefunden, die Automatismen machen sich bemerkbar.

SPOX: Was ist Oscar Garcia für ein Trainertyp?

Laimer: Seine taktische Kompetenz ist überragend. Wenn er uns etwas erklärt, wissen wir immer genau, was zu tun ist. Er bringt das sehr gut rüber.

SPOX: Sie wurden schon oft für Ihre Fähigkeiten im Forechecking gelobt. Würden Sie sich selbst als Pressing-Spezialisten bezeichnen?

Laimer: Das ist sicher eine meiner Stärken. Im Fußball braucht man solche Spielertypen, auch wenn eine Mannschaft nicht ausschließlich aus solchen Kickern bestehen sollte. Die richtige Mischung macht es aus. Ich sehe mich schon als Pressing-Spieler, aber bin auch am Ball nicht blind. Da habe ich in letzter Zeit sicher einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

SPOX: Kommt Ihnen die Spielphilosophie der Red-Bull-Schule entgegen, um diese Fähigkeiten auszuspielen?

Laimer: Sicher. Die Spielweise bringt genau meine Stärken zur Geltung. Aber wir spielen nicht mehr so ein Dauerpressing wie vor ein paar Jahren. In den meisten Partien haben wir mehr Ballbesitz als der Gegner.

SPOX: Werden Sie auch bei Ihrer Karriereplanung auf die Spielphilosophie achten und nur bei einem Verein unterschreiben, der früh attackiert?

Laimer: Es gibt mittlerweile viele Vereine, die so ein Pressing spielen. Natürlich werde ich nicht zu einem Klub wechseln, der auf enorm viel Ballbesitz setzt, womit ich meine Stärken nicht so zeigen könnte. Aber ehrlich gesagt habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Ich muss hier einfach weiterhin an meinen Stärken und Schwächen arbeiten.

SPOX: RB Leipzig setzt bekanntlich auf eine ähnliche Spielweise wie Salzburg. Würden Sie dort hinpassen?

Laimer: Wie gesagt, es gibt mehrere Vereine, die vorne anpressen. Das gehört zum modernen Fußball dazu. Man braucht nur in die Champions League schauen.

SPOX: Haben Sie mit Ralf Rangnick in den letzten Monaten ein Gespräch geführt?

Laimer: Ich konzentriere mich nur auf das hier und jetzt. Diese Dinge, die irgendwo gesagt oder geschrieben werden, interessieren mich nicht. Wir haben wichtige Ziele vor uns, möchten die Meisterschaft verteidigen und den Cup gewinnen. Das ist alles, was derzeit zählt.

SPOX: Versuchen Sie die zahlreichen Wechselgerüchte also einfach beiseite zu schieben?

Laimer: Ja, klar. Man liest es sich durch und hakt es gleich wieder ab. Wenn man sich zu sehr ablenken lässt, kann man nicht mehr seine volle Leistung bringen. Ich bin erst 19 Jahre alt und werde hoffentlich noch lange am Platz stehen. Daraus will ich einfach das Beste machen.

SPOX: Was ist der nächste Schritt in Ihrer Entwicklung?

Laimer: In dieser Saison habe ich bisher drei Tore und drei Assists am Konto. Das ist besser als letztes Jahr, aber auch da habe ich noch Potenzial nach oben. Wenn ich im Pressing den Ball erobere, muss der nächste Pass noch besser kommen. Da habe ich sicher Verbesserungsmöglichkeiten, auch wenn ich mich schon gesteigert habe.

SPOX: Können Sie diese Verbesserungen in der österreichischen Bundesliga überhaupt noch umsetzen oder stehen Sie hier mit Ihrer Entwicklung an?

Laimer: Mit Red Bull Salzburg spielt man fast jedes Jahr international. Wenn man diese Partien dabei hat, kann man sich überall verbessern, egal ob in der österreichischen Liga oder einfach nur bei uns im Training.

Steckbrief von Konrad Laimer

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