Sturm-Graz-Neuzugang Martin Ovenstad im Gespräch

"Mit diesen Spielern ist der Titel möglich"

Mittwoch, 15.02.2017 | 14:05 Uhr
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Bei SPOX spricht Sturm-Neuzugang Martin Ovenstad über die Tücken des Transfers, antwortet auf die Kritik an seinem Spiel und kündigt an: mit Sturm ist der Titel möglich.

Am Tag vor Weihnachten unterschrieb Martin Rønning Ovenstad sein neues Arbeitspapier bei Strømsgodset IF und stellte sich auf eine weitere Saison in seiner Heimatstadt Drammen ein, die er bisher nur für Urlaube und Auswärtsspiele verließ. Doch manchmal kommt es anders als man denkt. "Drei Tage nach meiner Vertragsverlängerung kam der Anruf von Sturm Graz. Keine leichte Situation - denn ich wollte den Transfer", erinnert sich der 22-Jährige im Gespräch mit SPOX.

"Ich flehte die Verantwortlichen an, mir keine Steine in den Weg zu legen, weil ich eine große Chance sah." Schließlich einigten sich Sturm und Strømsgodset. Wie schwer die Verhandlungen waren, weiß Ovenstad nicht: "Aber alles ging relativ schnell." Eine niedrige sechsstellige Summe sollen die Grazer nach Norwegen überwiesen haben.

Der Rotschopf verließ das kleine Drammen, südwestlich von Oslo und in Norwegen bekannt für Schiffbau, Lachsfischerei und Holzhandel, ohne Herzschmerz. Schließlich wurde es Zeit für Veränderung, wie Ovenstad betont. Und auch der Kulturschock blieb aus. "Das Wetter und die Natur sind ziemlich ähnlich. Drammen hat nur 70.000 Einwohner, da ist Graz schon ein wenig größer", sagt Ovenstad. "Und die Mentalität der Menschen ist ziemlich ähnlich." Nun wohnt Ovenstad nahe des Trainingszentrums, wo er erste Eindrücke sammelte. "Der Fußball bei Sturm ist technisch anspruchsvoller, die Passqualität höher. In Norwegen geht es in erster Linie ums Laufen." Der norwegische Fußball? Geprägt von physischen Qualitäten und arm an technischen Schmankerln.

"Bin nicht hier, um Matic zu ersetzen"

Für Ovenstad ist der Wechsel nach Graz ein Karriereschritt, wie er betont. Sturm sei der "viel größere Klub" als Strømsgodset, das zuletzt zwar im Tabellenmittelfeld landete, in den Jahren zuvor aber zum Spitzenfeld zählte und 2013 Norwegens Meister wurde. In Graz soll Ovenstad nun Uros Matic ersetzen. Einer der wenigen Spieler der jüngeren Vergangenheit, der bei Sturm-Aficionados wieder Erinnerungen an die späten 90er-Jahre weckte.

Ovenstads Rucksack könnte leichter sein. Nicht zuletzt präsentierte Sturm-Sportdirektor Günter Kreissl den Neuen als Matic-Ersatz an, und schickte voraus: "Martin kann uns sofort weiterhelfen." Ovenstad steigt aber vorsichtig vom Gaspedal: "Matic war ein feiner Spieler, das habe ich gehört. Aber ich spüre keinen Druck. Man kann uns nicht vergleichen, Matic ist fünf Jahre älter als ich. Ich bin nicht hier, um jemanden zu ersetzen. Ich bin hier, um meinen Fußball zu spielen."

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Bisher konnte Ovenstad noch nicht beweisen, wie sich sein Fußball gestaltet. Bei der 0:1-Niederlage in Mattersburg saß er 90 Minuten auf der Bank. Sich selbst beschreibt Ovenstad als Achter, der auch auf der Sechs agieren kann. "Mein Passspiel ist gut - ich habe ein Faible für gute Pässe. Ich liebe es zu laufen und zu kämpfen. Verbessern kann ich vermutlich noch meine Tacklings." Ende Jänner analysierte der Norwegen-Experte Perry Sykes Sturms Neuzugang (hier geht's zur Story) und attestierte ihm zwar Potenzial, sah in der Vorsaison aber zu wenige Topleistungen.

Ovenstad gibt Kritiker recht

Dem will Ovenstad nicht widersprechen. "Er hat Recht. Aber ich habe in einer Rolle gespielt, die mir nicht wirklich lag. Wir spielten fast ausschließlich lange Bälle. Ich will den Ball aber auf dem Boden und am Fuß haben, nicht nur hinterherrennen", rechtfertig sich Ovenstad. "Zudem war meine Rolle sehr defensiv. Ich konnte meine Qualitäten nicht so ausspielen, wie ich mir das gewünscht hätte."

Bei Sturm soll sich das freilich ändern. "Ich will mich als Stammspieler etablieren, dem Team helfen und gut spielen. Dafür muss ich den Fußball, die Spieler und die Stadt kennenlernen. Das kann Zeit brauchen", spricht Ovenstad über seine kurzfristigen Ziele. "Sturm Graz kann alles erreichen. Wenn wir in allen Spielen alles abrufen, ist mit diesen Spielern auch der Titel möglich."

Martin Ovenstad im Steckbrief

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