Fussball

FK Austria Wien am "absoluten Tiefpunkt" - Vereinsspitze entscheidet über Letsch-Zukunft

Von APA
Die Wiener Austria ist am Boden.
© GEPA

Es war ein Nachmittag zum Vergessen, dessen "nette Begleiterscheinung" die Stimmung nicht aufzuhellen vermochte. Die Austria hängt nach vier Spielen im Frühjahr in den Seilen, das 1:3 gegen das vormalige Schlusslicht Altach offenbarte am Sonntagabend Gesprächsbedarf bei den Violetten. Die vorzeitige Qualifikation für die Meistergruppe war nur Randnotiz, Trainer Thomas Letsch steht zur Diskussion.

Am Montag wollte die Vereinsspitze weitere Gespräche führen. Letsch sitzt wohl alles andere als fest im Sattel. Der nun etwas mehr als ein Jahr bei der Austria arbeitende Deutsche sprach von einer "katastrophalen Leistung", von einem "absoluten Tiefpunkt", wie seine Elf aufgetreten sei. "Nach so einem Spiel kann kein positives Gefühl entstehen. Ab morgen geht es darum, sich Gedanken zu machen und alles kritisch zu hinterfragen", sagte Letsch nach dem Spiel.

Dass sich lethargische "Veilchen" ihrem Schicksal vor allem in den zweiten 45 Minuten fügten, sorgte auf den Rängen der Generali Arena für Unmut. Es gab wieder "Letsch raus"-Rufe, die Verabschiedung der Spieler von den Fans fiel wenig herzlich aus. Dass sich die Mannschaft ein Endspiel um einen Platz unter den Top sechs am kommenden Sonntag bei Sturm Graz ersparte, war einziger positiver Punkt. "Die Enttäuschung überwiegt, das ist nur ein netter Beigeschmack. Wir sind jedenfalls froh, dass die Frage weg ist. So können wir vielleicht befreiter spielen", meinte Alexander Grünwald.

Thomas Letsch verzichtet auf Kritik an Einzelspieler

Der Austria-Kapitän erreichte zumindest Normalform, andere Akteure blieben wiederholt weit unter den Erwartungen. Die Frage, warum als Führungsspieler geholte Profis wie Florian Klein und Uros Matic auslassen, wollte Letsch nicht näher kommentieren. "Wir sind alle gefordert", stellte der 50-Jährige fest. Leicht machte es die Austria den Altachern durch erneut auftretende Nachlässigkeiten in der Defensivarbeit. Diese hatten schon beim blamablen Cup-Aus beim GAK und dem 0:2 beim LASK zu Gegentoren geführt. Einzig in Unterzahl beim 4:2 gegen Hartberg wussten die Austrianer zu gefallen.

Dass die Austria mit neun Niederlagen bei nur neun Siegen dennoch auf Platz drei der Tabelle steht, verwundert, und rang Max Sax ein klares Statement ab. "Bis auf den LASK und Salzburg ist jeder unverdient in der Meistergruppe", sagte der um Worte ringende Flügelspieler im "Sky"-Interview.

Der wie Letsch ebenfalls nicht mehr unumstrittene Ralf Muhr polterte hingegen. "Die Leistung war einfach unter jeder Kritik", sagte der Sportchef der Favoritner. Ein klares Bekenntnis zu Letsch blieb anders als in der Vergangenheit aus. "Dass das heute für keinen im sportlichen Bereich ein Bewerbungsschreiben war, ist klar", meinte Muhr lediglich.

 

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