Fussball

Warum der Videobeweis in Deutschland noch immer nicht funktioniert

Von SPOX Österreich
Der Videobeweis wird in Deutschland diskutiert.
© Pixabay

Seit Sommer 2017 gibt es in der deutschen Fußball-Bundesliga den Videobeweis zu bestaunen. Nachdem es in der Hinrunde 2017/18 katastrophal lief, schienen die Verantwortlichen das Projekt in der Rückrunde in den Griff zu bekommen. Aktuell häufen sich wieder die Diskussionen rund um Entscheidungen, die es in dieser Form nicht hätte geben sollen. Kann das so weitergehen?

Diskussionen umranken Spiele am Wochenende

Nach dem 14. Spieltag sind wieder einmal Diskussionen rund um die Bundesliga-Partien des Wochenendes angesagt. Nicht etwa, weil die Spiele die Beteiligten so sehr vom Stuhl gerissen hätten, sondern weil der Videobeweis einmal mehr versagte. Es scheint zur endlosen Geschichte zu werden, was Woche für Woche in Köln geschieht.

Anstatt wie bei der Weltmeisterschaft in Russland problemlos zu funktionieren, muss man sich in der Bundesliga im Nachbarland tatsächlich immer wieder fragen, ob die Videoassistenten im Voraus überhaupt nicht geschult wurden. Die Fälle, um die es aktuell am 14. Spieltag ging, ereigneten sich am Samstagabend in Berlin sowie am Sonntagnachmittag in Mainz. Leidtragende waren Eintracht Frankfurt sowie Hannover 96.

Beim Stand von 0:1 aus Sicht der Eintracht warfen die Hessen alles nach vorne, um noch den Ausgleich zu schaffen. Bundesliga-Toptorjäger Luka Jovic wurde drei Minuten vor dem Ende am Fünfmeterraum von Herthas Marko Grujic zu Fall gebracht. Zur Überraschung aller blieb der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Schlager aus, doch selbst Videoassistentin Bibiana Steinhaus griff nicht ein, was Manager Fredi Bobic arg verärgerte.

Einen Tag später gingen die Emotionen in Mainz an die Decke, als Jean-Philippe Mateta nach einem Zweikampf mit Matthias Ostrzolek vergleichsweise leicht zu Boden ging. Insbesondere das Eingreifen des Linienrichters sorgte laut des wütenden Managers Horst Heldt für den Elfmeterpfiff. Vor allem das Nichteingreifen des Videoassistenten ist für ihn ein Rätsel: "Warum mischt er sich da nicht ein? Das ist eine glasklare Fehlentscheidung. Sieht der da andere Bilder? Hat er sich schon das nächste Spiel angeschaut in Köln oder warum kann man das nicht anhand der Bilder erkennen? Unbegreiflich. Der ganze Scheiß ist wirklich nicht mehr akzeptabel."

VAR-Statistiken überzeugen grundsätzlich

Bei den vielen vernichtenden Stimmen überraschen die tatsächlichen Statistiken mit Sicherheit den einen oder anderen Kritiker. Laut Betway Blog sollen in der Saison 2018/19 genau 98,1% der Entscheidungen richtig ausgefallen sein. Dazu kommt der Fakt, dass laut der Zahlen der IFAB ganze 24% aller Spiele inkorrekt ausgegangen wären, wenn der Videoassistent nicht eingegriffen hätte. Im Durchschnitt sind es derzeit vier Überprüfungen durch den VAR pro Spiel, die allerdings nicht zwingend in einer Nachricht an den Schiedsrichter enden müssen.

Somit wird bereits deutlich, dass sich die Kritik vor allem an einzelnen Szenen entlädt, die nicht in das zumindest statistisch positive Gesamtbild passen wollen. Während die Überprüfungsdauer mit durchschnittlich einer Minute 2018/19 bereits lang ist, schoss Augsburg - Leipzig Ende Oktober mit 4:50 Minuten bis zur Entscheidung den Vogel ab. Selbst wenn DFB-Präsident Grindel im ZDF einmal unterstrich, dass der Schiedsrichter letztlich der Entscheidungsträger ist, scheint dies angesichts solcher Aktionen nicht immer zuzutreffen. Eine Lösung ist nicht in Sicht, doch auf den grundsätzlichen Statistiken lässt sich aufbauen. Das Vermeiden offensichtlicher Fehler wie endloser Wartezeiten muss das primäre Ziel bis zur Winterpause sein, um für mehr Akzeptanz bei den Verantwortlichen zu sorgen.

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