"Mein Anspruch ist es zu spielen"

Dienstag, 10.01.2017 | 19:24 Uhr
Guido Burgstaller im Interview mit SPOX

Guido Burgstallers Transfer vom 1. FC Nürnberg zu Schalke kam überraschend. Zwei Tage danach spricht der Österreicher über seinen Wechsel, Ambitionen und die Auswirkungen auf seine Nationalteam-Karriere.

Manchmal geht es schnell im Leben. Guido Burgstaller weiß das. Vor einigen Tagen ahnte der 27-Jährige noch nicht, was demnächst auf ihn zukommen würde. Nun ist Burgstaller Spieler von Schalke 04. Ein Transfer mit einem Stück Überraschungseffekt. "Das ging alles so schnell", sagt Burgstaller im Gespräch mit SPOX. "Vor ein paar Tagen hatte ich mit Trainer Markus Weinzierl das erste Gespräch, dann hat sich alles schnell entwickelt." Burgstaller begann zu hoffen. Klappt der Transfer? "Man wartet angespannt, ob sich die Vereine einig werden. Sonst wäre ich im Sommer nach Schalke gewechselt", meint Burgstaller.

Doch der 1. FC Nürnberg und Schalke 04 wurden sich handelseinig. Bitter für den Club, denn mit 14 Treffern nach 16 Ligaspielen etablierte sich Burgstaller als essenzieller Baustein in Trainer Alois Schwartz' Konstrukt. "Ein Wechsel zu Schalke ist nie selbstverständlich", gibt Burgstaller Einblick in seine Gefühlslage. "Aber ich bin auch nicht überrascht. Ich treffe ja nicht erst seit dem Sommer, sondern habe mir meine Chance in den letzten zwei Jahren hart erarbeitet."

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Nun stehen lediglich der Medizincheck und ein paar Formalitäten zwischen Burgstaller und Einsätzen in Königsblau. Ein Szenario, das Burgstallers Gedanken irgendwann zwischen Sommer 2014 und Jänner 2015 nicht kreuzte. Nach einer starken Saison verließ der Kärntner den SK Rapid und heuerte bei Cardiff City an. Doch bei dem chaotischen Klub aus Wales langte es nur für Teilzeiteinsätze. Burgstaller bereut nichts: "Ohne dieses Abenteuer wäre ich heute nicht da, wo ich gelandet bin. Ich bin als Fußballer und Person gereift und arbeite seither noch härter."

"Mein Anspruch ist zu spielen"

Harte Arbeit wird auch auf Schalke notwendig sein. Klaas-Jan Huntelaar, Breel Embolo, Franco Di Santo - sie alle sind aktuell zwar verletzt, werden sich irgendwann aber neben anderen potenten Offensivspielern mit dem Österreicher um einen Platz in Weinzierls Elf rittern. Darüber, wie der Trainer mit ihm plant, spricht Burgstaller, der gleichermaßen auf dem Flügel zum Einsatz kommen kann, ungern. Nur so viel will er verraten: "Mein Anspruch ist es zu spielen, da geht es jedem Sportler gleich. Womöglich werde ich Geduld brauchen, bis ich das System kennengelernt habe. Aber diese Zeit nehme ich mir. Ich werde da super reinpassen."

Davon ist auch Schalke-Manager Christian Heidel überzeugt, der den Transfer lieber fünf Tage früher eingetütet hätte: "Wir haben uns für ihn entschieden, weil er sicherlich keinerlei Anpassungsprobleme haben wird. Er kennt unsere Mannschaft und spricht deutsch, braucht also keinen Dolmetscher. Und für ihn ist Schalke etwas Besonderes." Mit Landsmann Alessandro Schöpf telefonierte Burgstaller bereits. Er soll dabei helfen, die Integration in die Mannschaft zu beschleunigen. "Durch ihn wird es bestimmt noch leichter. Ich freue mich, dass wir zusammenspielen können - wir kommen super miteinander aus", sagt Burgstaller, der in bereits Nürnberg mit Schöpf zusammenspielte.

"ÖFB-Team? Man wird sehen"

Agiert Burgstaller in Gelsenkirchen nun ähnlich wie in Nürnberg, wird er in Österreich weiterhin diskutiert werden. Denn immer größer wurde in den vergangenen Monaten das Unverständnis über seine Abwesenheit im Teamkader des ÖFB. Dass der Transfer nun eine Einberufung garantiert, glaubt Burgstaller aber nicht. "Ganz ehrlich: Ich bin immer noch der gleiche Typ und der gleiche Spieler. Der einzige Unterschied: Mein Verein heißt jetzt Schalke statt Nürnberg. Darum konzentriere ich mich nur auf Schalke. Was dann kommt, wird man sehen."

Bei Rapid und in Nürnberg wurde Burgstallers Charakter geschätzt. Böse Worte musste er sich nach seinem Wechsel nicht anhören. Weil die Fans von Schalke 04 und Nürnberg seit über 30 Jahren eine intensive Fanfreundschaft verbindet. Ein Umstand, der Burgstaller bewusst ist. "Eine schöne Sache", sagt Burgstaller. "Auch Rapid und Nürnberg haben eine enge Bindung. Jetzt spiele ich wieder vor überragenden Fans und in einem wunderbaren Stadion. Ich freue mich riesig. Auch was die Fans in Nürnberg abgeliefert haben, war sensationell. Dass ich für solche Traditionsklubs spielen durfte und spielen darf, macht mich sehr stolz."

Guido Burgstaller im Steckbrief

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