Fussball

Sport-Großereignisse in der Wüste: Schweiß um jeden Preis

Von SPOX Österreich
© getty

Katar ist ein Land auf der arabischen Halbinsel, das wohl kaum jemand von uns jemals bereisen wird. Es ist kleiner als Schleswig-Holstein mit etwa so vielen Einwohnern wie das norddeutsche Bundesland und scheint damit ziemlich unbedeutend. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 125.000 US-Dollar ist der Staat am Persischen Golf jedoch das reichste Land der Welt. Und schon scheint es wenig verwunderlich, dass dort sowohl die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2019 als auch die Fußball-WM 2022 stattfinden.

Unfruchtbare Wüste und ein subtropisch-heißes Klima das ganze Jahr über wirken zunächst ziemlich sportfeindlich. Dennoch ist Sport ein fester Bestandteil. Der Reichtum des Landes ermöglichte den Bau von professionellen Trainings- und Wettkampfstätten für Spitzensportler, Hallen für Skifahrer und die Verpflichtung renommierter Fußballer aus dem Ausland für die einheimische Qatar Stars League. Andere Großereignisse wie Läufe der Motorrad-Weltmeisterschaft wurden im Wüstenstaat auch schon veranstaltet, aber bei Sportarten wie der Leichtathletik hält sich das Interesse der Bevölkerung doch eher in Grenzen.

Geht alles mit rechten Dingen zu?

Die Leichtathletik-WM 2019 findet vom 27. September bis zum 6. Oktober in Katars Hauptstadt Doha statt, die sich gegen Barcelona und Eugene in den USA durchgesetzt hat. Nicht alle konnten die Entscheidung nachvollziehen. So gab es Kritik von Jose Maria Odriozola, dem Präsidenten des spanischen Leichtathletikverbandes. Er meinte nach der Vergabe 2014, dass bei der schlechten Bewerbung viel Geld geflossen sein muss. Auch später folgten weitere Vermutungen, es sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Für die WM 2017 hatte sich London gegen Doha durchgesetzt.

Auch viele Athleten sehen der Weltmeisterschaft mit gemischten Gefühlen entgegen. Einige hatten schon im August 2018 bei der EM in Berlin mit der Mittagshitze zu kämpfen. Tagestemperaturen jenseits der 35 Grad sind Ende September/Anfang Oktober Normalität in Katar. Spitzensport ist da nicht nur schweißtreibend, sondern mitunter auch gesundheitsgefährdend.

Das Stadion in Doha kann zwar gekühlt werden, nicht aber die Marathonstrecke durch die Stadt. Deswegen wird das Rennen über 42,195 Kilometer um Mitternacht gestartet. Die anderen Wettbewerbe werden nachmittags und abends angesetzt. Eine detaillierte Übersicht aller anstehenden Läufe kann beim Anbieter von Sportwetten 888 abgerufen werden.

Sportler setzen andere Prioritäten

Für die Langstreckenläufer ist das nur ein kleiner Trost. Die Major-Marathons starten stets vormittags und die Athleten haben ihre Rituale, um sich darauf vorzubereiten. Nicht nur deswegen überlegen einige Sportler, die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Katar auszulassen und stattdessen an einem der Herbstmarathons (etwa in New York) teilzunehmen, um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, die 2020 in Tokio stattfinden. Auch dort kann es sehr warm werden. Doch die Regierung überlegt die Einführung der Sommerzeit. So soll die Belastung verringert werden. Endlich wird auch mal an die Sportler gedacht und nicht nur ans Geld.

In Katar hingegen scheint das nicht so zu sein. Vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 war bislang eher mit negativen Schlagzeilen in den Medien. Da ist von zahlreichen Todesfällen beim Bau der Stadien die Rede. Größtenteils handelt es sich dabei um Gastarbeiter aus Nepal, die wie Sklaven gehalten werden sollen. Wenig Schlaf, kein Essen, Hungerlöhne. Sharan Burrow, Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes IGB, rechnet mit 4.000 Toten bis zur Eröffnungsfeier einer WM, die viele Fans und sicher auch einige Fußballprofis wohl lieber in einem anderen Land gesehen hätten.

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