Vereinsmanagement im Profi- und Semi-Profisport

Von SPOX Österreich
Donnerstag, 13.07.2017 | 12:08 Uhr
Das Management eines Sportvereins ist bei großen wie kleinen Vereinen ein kniffeliger Job
© markusspiske (CC0-Lizenz) / pixabay.com
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Wenn auch schon die kleinsten Vereine einen Vorstand mit festgelegten Positionen benötigen, dann brauchen große Vereine, die gar im Profisport zugegen sind, doch wesentlich mehr? Ja, denn spätestens im kleineren Profisport ist ein gutes und sauber geführtes Management unumgänglich.

Nun kommt es auf den notwendigen Sachverstand an, immerhin müssen Sponsorengelder und -verträge, Sportler, Mitglieder, behördliche Vorgaben und die Ansprüche des Verbands verwaltet und bearbeitet werden. Stimmt das Management nicht, geht so einiges schief. Gute Beispiele sind einige Fußballklubs, die zwar im Spitzensport mitmischen, hinter deren Kulissen aber nicht viel auf ein gutes Management hinweist. Was geschehen kann, wenn alle Stricke reißen und sogar Investoren nicht länger mitspielen, konnte jeder Interessierte bei einem Verein aus München beobachten. Doch wo fängt überhaupt ein gutes Management an und worin unterscheiden sich Profi- von Amateurvereinen? Ein Überblick.

Vereinsmanagement im Profibereich

Ein Verein, welcher Sportart auch immer, der sich im Profibereich etablieren möchte, mag auf dem Papier zwar noch ein Verein sein, doch ist er gleichfalls ein Unternehmen. Er muss geführt werden wie jede Firma auch, denn nur so können die Anforderungen erfüllt und die Erwartungen erreicht werden. Doch was sagt das aus? Einige Beispiele:

  • Vorstand - jeder Verein hat einen Vorstand, der aus dem Vorstandsvorsitzenden, dem Geschäftsführer, dem Kassenwart und Sportwart besteht. Ein Profiverein besitzt diese Positionen auch, doch im wesentlich größeren Umfang. Zudem müssen die einzelnen Positionen mit fähigen Personen besetzt werden. Im besten Fall ergänzen sich die einzelnen Vorstandsmitglieder gegenseitig und haben sowohl Ahnung von der sportlichen Materie wie auch von der Führung eines Unternehmens.
  • Abteilungen - in großen Vereinen werden oft ganze Abteilungen ausgegliedert. So wird die Profimannschaft vom eigentlichen Verein getrennt. Dies kann schon bei kleinen Clubs sinnvoll sein, um den Unterbau des Vereins bei Insolvenzen zu schützen. Zudem kann die Profiabteilung in einem ganz anderen Umfang gehandhabt werden. Aber auch außerhalb des sportlichen Bereichs gibt es Abteilungen, ähnlich wie in jeder Firma. Die Buchhaltung, die sportliche Leitung, Jugendarbeit, Investitionen - alle Bereiche werden von eigenen Mitarbeitern betreut.
  • Gehälter - ein Profiverein hat Angestellte. Hier unterscheidet sich der Verein deutlich vom typischen Kleinstvereinsleben. Die Angestellten und der Vorstand machen die Arbeit nicht mehr ehrenamtlich, sondern sind fest beim Verein angestellt.

Grundsätzlich kann ein Verein nur dann erfolgreich aufgebaut oder in der Erfolgsspur gehalten werden, wenn das Management neben dem Platz professionell ist. Der Verein muss als Unternehmen betrachtet werden, wenn auch weiterhin die Vorgaben zu erfüllen sind, die an einen e.V. gestellt werden.

Vereinsmanagement in kleineren Vereinen

Kleinere Vereine, beispielsweise all die Clubs in städtischen Vororten, den Jugendligen oder den Verbandsligen unterliegen nicht dem Profisport. Doch bedeutet das direkt, dass kein Management vorhanden ist? Mitnichten:

  • Vorgaben - wie ein Verein aufgebaut zu sein hat, regeln die Vereinsordnungen und die Gesetze zur Gründung von Vereinen. Diese Regelungen müssen eingehalten werden, nicht nur, weil es sonst keine Förderungsmittel der einzelnen Länder und Kommunen mehr geben würde.
  • Vorstand - der Vorstand arbeitet zwar ehrenamtlich, doch sind die benötigten Positionen fest geregelt und müssen besetzt werden. Letztendlich kann sich jeder als Vorstandsmitglied eines kleinen Vereins bewerben, denn bestimmte Spezifikationen sind nicht zu erfüllen. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, wenn zumindest einige der Vorstandsmitglieder Ahnung von der Materie haben und sich nicht vollständig in die Vereinsarbeit einarbeiten müssen.
  • Gelder - kleine Vereine leben von den Beiträgen der passiven und aktiven Mitglieder. Die Einnahmen müssen verwaltet werden, was die Aufgabe des Vorstands und des Kassenwarts ist. Damit dies ehrenamtlichen Helfern besser gelingt, sollte auf eine Buchhaltungssoftware zurückgegriffen werden. Diese hilft auch bei der Buchung von Spenden, Einnahmen durch Veranstaltungen und natürlich dabei, einen Überblick über die Ausgaben des Vereins zu erhalten.

Letztendlich beruht die Arbeit bei kleinen Vereinen auf ehrenamtlichen Mitgliedern und den Sportlern selbst. Wer einmal in einem Verein war, weiß das zu genüge. Arbeitseinsätze, bei denen die Sporträume renoviert werden, Veranstaltungen, bei denen zusätzliche Einnahmen erzielt werden sollen und weitere Aktionen gibt es bei jedem Verein. Zwar sind die Arbeitseinsätze generell freiwilliger Natur, doch gibt es vereinsintern zumeist Regelungen, die aussagt, an wie vielen Einsätzen ein Mitglied im Jahr teilnehmen muss.

Aufgabengebiete eines Vereinsmanagers

Der Vereinsmanager übernimmt die Arbeit, die jeder Manager in einem Unternehmen ausübt. Er ist mitunter ein Aushängeschild des Vereins und ist oft die erste Person, an die Sponsoren, Interessenten oder Investoren herantreten. Neben den Tätigkeiten mit Dritten muss er natürlich dafür sorgen, dass vereinsintern alles richtig läuft. Er trägt zwar keine direkte Verantwortung über die sportlichen Erfolge, doch ist er verantwortlich für die Investitionen und die Ausgaben, die ein Verein trägt. Selbstverständlich kann er diese Pflichten nicht alle allein ausführen, weshalb wieder die einzelnen Abteilungen des Vereins ins Spiel kommen. Grundsätzliche Unterschiede zu einem gewöhnlichen Unternehmen gibt es, je nach Sport, aber immer:

  • Anteilseigner - ein Unternehmen kann eine Aktiengesellschaft sein und sämtliche Aktien an Investoren verkaufen. Auch ein Fußballverein kann als Aktiengesellschaft gelten und sogar an die Börse gehen. Der Unterschied ist allerdings, dass der Verein die Mehrheit der Anteile behalten muss. Höchstens 49 Prozent der Anteile dürfen an Fremdpersonen oder Investoren abgetreten werden.
  • Stimmrechte - bleibt ein Verein ein Verein und gliedert zwar die Profiabteilung aus, unterliegt auch diese weiterhin den Stimmregelungen. Allerdings gibt es nun einen Unterschied zur reinen Aktiengesellschaft. Wird die Satzung so weit geändert, dass sie die Vollübernahme durch einen Dritten erlaubt, muss sie gleichzeitig sicherstellen, dass die Stimme des Investors nicht in der Mehrheit ist. Das bedeutet, dass auch ein Vollinvestor nur höchstens 49 Prozent der Stimmgewalt haben darf.

Fazit - Management kommt mit Verantwortung

Im Profisport trägt ein Manager natürlich wesentlich mehr Verantwortung, als in kleinen Vereinen. Daher wird die Position hier auch nicht leichtfertig vergeben. Doch bereits beim kleinsten Dorfverein läuft nichts ohne ein Management. Das ist zwar ehrenamtlich und die Vorstandsmitglieder sind durch Vereinsgesetze geschützt, sie müssen trotzdem dafür Sorge tragen, dass der Verein solide aufgestellt ist und dass alles in geregelten Bahnen verläuft.

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