Fussball

Ein ÖFB-Legionär Cupsieger in Südafrika

Von SPOX Österreich
Roland Putsche im WAC-Trikot fightet gegen Marco Reus

Der Ex-WAC-Kicker Roland Putsche ist Österreichs einziger Fußballlegionär in Afrika. Mit seinem Verein Cape Town City feierte der 25-Jährige letzte Woche einen triumphalen Cupsieg. Wie sich sein Leben im Land der Bafana Bafana entwickelt und warum er eine überaus große Verantwortung übernehmen muss.

Der Weltfußball dreht sich aktuell in eine faszinierende Richtung. Während immer mehr Kicker aus Europa dem Ruf des schnöden Mammons folgen und sich in China der sportlichen Belanglosigkeit hingeben, sind die Möglichkeiten der Weiterbildung schier unerschöpfbar. Nicht Geld alleine, sondern Erweiterung des persönlichen Horizonts dürfte wohl das Hauptmotiv gewesen sein, warum der Ex-WAC-Kicker Roland Putsche im Sommer nach Afrika wanderte und vom neu gegründeten Cape Town City FC engagiert wurde.

Im Interview mit dem Standard erläutert der 25-jährige Mittelfeldspieler seine spannende Entscheidung: "Der Gedanke, mich wohltätig zu engagieren, war eine große Motivation." Denn Putsche spielt in Südafrika nicht nur Fußball. Vielmehr ist er Trainer in der Young Bafana Soccer Academy. Der Job als Jugendtrainer war vorher sicher, der Profivertrag mit Cape Town City wurde erst vor Ort spruchreif: "Ein Risiko war dabei. Ich wäre aber so oder so nach Südafrika gegangen. Ich wollte Neues sehen."

Die Soccer Academy arbeitet mit benachteiligten Kindern. Kindern, die ihr Leben auf der Straße ohne Bildung ohne Perspektive leben. Der Fußball soll sie verändern, ihnen Halt geben. Putsche sagt dem Standard: "Es gibt nichts Schöneres, als mit Kindern zu arbeiten. Man sieht die Freude in ihren Augen, das kann man mit Geld nicht aufwiegen."

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Der Cupsieg und ein aufgebrochenes Auto

Dass Putsche mit Cape Town City auch noch recht erfolgreich ist und erst vor ein paar Tagen den Cupsieg feierte, geht dabei ein bisschen unter. Und dennoch zählt der 132-fache WAC-Kicker mittlerweile zur Stammkraft bei den Neulingen: "Ich darf jetzt auch Kritik üben." Auch wenn Schreien untereinander tabu ist, in Südafrika wird ein freundlicher Umgangston gepflegt. Allerdings nicht mit Fremden. Denn die Kriminalität lässt sich nicht weglachen: "Man muss Regeln beachten. Mein Auto wurde aufgebrochen, weil ich einen Rucksack auf der Rückbank liegen ließ. Ein No-Go. Aber man lernt dazu."

Dennoch: Putsches Vertrag läuft bis 2018, er genießt die Zeit, nützt alle Optionen. Optionen, die Fußballer wie Oscar, der vor Kurzem nach China übersiedelte, wahrscheinlich nie kennen lernen wird.

Roland Putsche im Steckbrief

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